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Kommentar

Empörend!

Was denkt sich eigentlich die Stadt dabei? Bürger beschweren sich über ein Generalstreiks-Graffito, und schon rückt ein Putztrupp an. Jedoch macht die Stadt sich nicht die Mühe, auch die rechten Schmierereien zu entfernen, die dort seit geraumer Zeit die Wände der Bahnhofsunterführung verunzieren. Da läuft doch was schief!

22.02.2013
  • Gabi Schweizer

Zugegeben: Es erfordert Recherche, herauszufinden, welche Parolen nun rechts sind und welche nicht. Offensichtlich ist aber, dass die in Gold- und Silberschrift gesprayten Sprüche aus denselben Dosen stammen. Auch wenn einzelne Sprüche und Symbole für sich genommen unverdächtig wären, machen Masse und Kontext doch deutlich, was gemeint ist: nichts Gutes.

Schon vor Wochen hat das TAGBLATT über die rechten Schmierereien berichtet. Was hinter den Parolen steckt, war also kein Geheimnis. Ganz nebenbei bemerkt: Die Antifa kennt sich mit sowas auch aus und hat gezielt jene gold-silbernen Sprüche überschrieben.

Dass „Heil Hitler“ missverständlich wäre, kann nun wirklich niemand behaupten. Pressesprecher Uwe Walz versicherte glaubhaft, von diesem Spruch wisse er (noch) nichts. Und stellte in Aussicht, dass auch dieser noch vor der großen Renovierung entfernt würde. Das wäre nun wirklich das Mindeste. Beim Generalstreiks-Graffito ging’s ja auch. Verwunderlich eigentlich – die Stadt hat sich zum jetzigen Gedenkjahr stets positiv auf den Generalstreik bezogen.

„80 Jahre Generalstreik“: Der Schriftzug war groß, professionell gesprayt, im Gegensatz zu vielem, was am Bahnhof die Wände (verun-)ziert, mit durchaus künstlerischem Anspruch. Er war ein deutliches Zeichen in einer emotional geführten Debatte über den Mössinger Generalstreik, den konservative Stadträte in ein schlechtes Licht rücken wollten: Auf der Homepage www.fakten-zum-mössinger-generalstreikversuch-von-1933.de bezeichnen sie die Generalstreiker als undemokratische „Gewalttäter“, zweifeln deren Verdienste an.

Die Sprayer wollten den mutigen Menschen, die am 31. Januar 1933 gegen Hitler auf die Straße gingen, Respekt zollen. Zugleich war das meterlange Graffito ein Zeichen gegen die Rechten von heute, verdeckte es doch just eine der Mauern, die mit rechtem Stuss besudelt waren.

Eigentlich hätte die Stadt den Generalstreik-Sprayern auch die restlichen Wände anbieten müssen. Dass sie ausgerechnet und nur dieses Graffito entfernen ließ, ist empörend.

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22.02.2013, 12:00 Uhr
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