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600 Kilometer ohne Aufladen

Elektroauto schafft Reichweiten-Rekord

Erstmals hat ein alltagstaugliches Elektroauto eine Strecke von 600 Kilometern mit einer einzigen Akkuladung zurückgelegt. Die Rekordfahrt schürt Hoffnung auf den Durchbruch des E-Autos.

27.10.2010
  • GEORG ISMAR, DPA

Berlin Nur lautes Hupen ist zu hören, als das Auto mit dem Kennzeichen B-MB-6331 in den Hof des Wirtschaftsministeriums einbiegt. Nach 626 Kilometern von München nach Berlin hat die Batterie unter dem Kofferraum des gelb-lilafarbenen Elektroautos noch 18 Prozent Leistung. "Jetzt müssen wir dringend mal aufladen", sagt Fahrer Mirko Hannemann, der als Chef des Unternehmens DBM die Batterie mit 50 Mitarbeitern entwickelt hat.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle trifft dagegen mit seiner konventionellen Limousine ein. Er spricht von einem "Durchbruch" für das Elektroauto. Noch nie hat ein alltagstaugliches E-Auto so eine lange Strecke ohne Aufladen bewältigt. Als Lohn wird ein Lorbeerkranz aus Plastik aufs Autodach gelegt.

Vier Leute können in dem umgebauten Audi A2 sitzen, der Kofferraum ist voll beladbar und bei der Fahrt von München nach Berlin musste auch nicht auf Annehmlichkeiten wie eine Sitzheizung verzichtet werden. Im Durchschnitt war der Wagen Tempo 90 gefahren. Der Schlüssel beim Elektroauto ist die Batterietechnik. 600 Kilometer Reichweite entspricht der Distanz für ein vollgetanktes Auto. Brüderle zeigt sich überrascht, dass es bei der Fahrt keine Geräusche gibt. Vielleicht müsse man über spezielle Geräusche nachdenken, damit Fußgänger das E-Auto hören.

Das junge Unternehmen DBM hat seit einem Jahr an der Batterie auf Lithium-Metall-Polymer-Basis gearbeitet. Anleihen wurden auch beim Gabelstapler gemacht, "der seit hundert Jahren elektrisch fährt", sagt Firmenchef Hannemann. Seit sechs Wochen wurde fast rund um die Uhr geschuftet.

Hannemann sagt, kaum jemand habe an sie geglaubt, deshalb ist der 27-Jährige erleichtert, dass die Fahrt tatsächlich geklappt hat.

Aber: Einmal 600 Kilometer fahren sei ja eine schöne Sache, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Aber was man braucht, ist über 15 Jahre 600 Kilometer fahren zu können." Zusammen mit dem Partner und Förderer Lekker Energie will DBM nun die Technik weiter verfeinern. Der Geschäftsführer des Stromanbieters Lekker Energie, Thomas Mecke kündigt an, dass man auch auf die Großen aus der Autoindustrie als Interessenten hoffe: "Die Forschung ist abgeschlossen, jetzt geht das Verkaufen los." 15 000 Zellen werden derzeit pro Tag produziert. "Wir wollen keine Autos bauen, sondern nur die Energielösungen liefern", sagt Mecke.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Nationalen Entwicklungsplan erst für 2015 Fahrten mit alltagstauglichen E-Autos von mehr als 300 Kilometer Reichweite ohne Aufladen angepeilt. Dementsprechend sieht Brüderle Chinesen, Japaner und Koreaner bei der E-Auto-Entwicklung distanziert. Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million E-Autos rollen, bis 2030 sechs Millionen.

Doch auch der Weltrekord kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bisher an vielen Stellen hakt. Elektroautos dürften nur dann eine Chance haben, wenn sie dauerhaft hunderte Kilometer ohne langes Laden fahren können, heißt es aus der Autobranche.

Laut DBM-Chef Hannemann benötigt die Batterie eine Ladezeit von vier Stunden - wegen des veralteten deutschen Stromnetzes, sonst sei das auch in ein paar Minuten möglich. Bis zu 500 000 Kilometer schaffe die 100 Kilogramm schwere Batterie. Insgesamt kann der Wagen ein Gesamtgewicht mit Insassen von bis zu 1600 Kilogramm haben.

Elektroauto schafft Reichweiten-Rekord
Ein etwas anderer Motorraum: Das Unternehmen DBM hat auf Basis des Audi A2 ein Elektroauto gebaut. Foto: dpa

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27.10.2010, 12:00 Uhr
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