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El muerto y ser feliz

El muerto y ser feliz

Spanisch-argentinischer Spielfilm über einen todkranken Auftragskiller, der sich auf eine letzte Reise begibt.

Spanien

Regie: Javier Rebollo
Mit: José Sacristán, Roxana Blanco, Valeria Alonso

- ab 0 Jahren

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22.03.2014
  • Dorothee Hermann

Hat ein alternder Auftragskiller auch noch Glück verdient? Regisseur Javier Rebollo würde diese Frage wohl mit einem augenzwinkernden Ja beantworten – so trocken zeichnet er den durch drei Tumorherde geschwächten Mordprofi Santos (José Sacristán).
Der verpfuscht seinen letzten Job und fährt fortan scheinbar ziellos mit seinem 70er-Jahre-Kombi durch die Weiten Argentiniens. Ein Morphiumdepot, aus dem er sich die nötigen Schmerzspritzen setzt, macht es möglich.

Ausgangspunkt sind ein paar schäbige Betonschluchten in Buenos Aires, die weit unspektakulärer heruntergekommen sind als die imposanten Ruinen Detroits. Zwangsläufiger Fluchtpunkt ist die nächste Autobahn, gesäumt von Raststätten, allesamt wie ausgestorben und wie Museen ihrer selbst. 1975 erbaut, verbreiteten sie den „Geist eines anderen Argentiniens“, des Argentiniens „vor der Krise“ wie man von der Offstimme erfährt, die, scheinbar sachlich, laufend zusätzliche Pointen einstreut.

Der Look der Bilder erinnert an eine alte Fernsehserie oder an ein leicht verwaschenes B-Movie. Entsprechend ist Santos die Trash-Version jener wortkargen Durchblicker, die man sonst als hard-boiled detective kennt. Er ist der Killer als düstere Kehrseite des Cops, buchstäblich von innen zerfressen.

Man kann noch eine Menge weiterer B-Seiten in dem Streifen erkennen: die B-Version eines Roadmovies, die B-Version einer Liebesgeschichte und die B-Version einer Jagd – insgesamt vielleicht die Trash gewordenen Erwartungen der Figuren an das eigene Leben.

Der berühmte Strand von Miramar ist verkommen zu einer „seltsamen Mischung aus Paradies und Apokalypse“. Diese Kombination dürfte der Geist sein, aus dem der Film entstand. Dessen einziger Schönheitsfehler ist es, dass er die ideale Schlussszene verpasst.

Von schwarzem Humor getriebenes Roadmovie um angeschlagenen Auftragskiller.

Spielplan

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22.03.2014, 12:00 Uhr | geändert: 16.04.2014, 12:00 Uhr

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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
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