Tübingen

Eine Wende

Von Udo Halbscheffel, Tübingen

Peter Berthold schlug bei einem Rundgang im Ammertal vor, Flächen aus der Nutzung zu nehmen, um Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere einzurichten („Trittsteine für die Artenvielfalt“, 6. September).

Schon vor Jahren haben Fernsehberichte fasziniert, die Peter Berthold und sein Wirken im Bodenseegebiet zeigten, wo er zahlreiche Biotope einrichtete. Der in Tübingen 1965 promovierte Ornithologe beklagt und bekämpft den zwischen 1980 und 2010 um 57 Prozent zurückgegangenen Bestand an Singvögeln. Als Ursache für das Sterben der Tiere hat Berthold den akuten Nahrungsmangel ausgemacht.

Der in der Landwirtschaft massive Einsatz von Herbiziden vernichtet die für viele Vögel wichtigen „Unkräuter“, Insektizide nehmen den Vögeln eine weitere Nahrungsquelle, was die Aufzucht von Jungvögeln behindert.

Peter Berthold ist an seinen Studienort zurückgekehrt und machte einen Rundgang im Ammertal. Dass hier heute Rebhühner und Braunkehlchen fehlen, bestärkt ihn in seinem Bemühen, auch als betagter Rentner an der Biodiversität weiter zu arbeiten. Was darüber hinaus jedoch nötig ist: Eine Wende in der Agrarwirtschaft! Monokulturen sind zu reduzieren und auf Herbizide und Insektizide sollte weitgehend verzichtet werden.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


27.09.2017 - 01:00 Uhr