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Eine Schwimmbad-Liebe eroberte die Herzen der Zuschauer
Auch im Schwimmbad erwachen Gefühle, sogar beim Unterricht: Szene aus „L’effet aquatique“ von Solveig Anspach. Bild: Verleih
Preisverleihung bei den Französischen Filmtagen

Eine Schwimmbad-Liebe eroberte die Herzen der Zuschauer

Die Komödie „L’effet aquatique“ gewinnt den Publikumspreis des Festivals – die Zuschauerresonanz kann bislang nur geschätzt werden, blieb verglichen mit den Vorjahren aber wohl stabil. Klaus-Peter Eichele

09.11.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Wäre nicht Donald Trump gewählt worden, wäre ich jetzt euphorisch“, sagte Festivalleiter Christopher Buchholz beim Rückblick auf die 33. Französischen Filmtage. Ein Quell der letztlich aber nur leicht getrübten Freude: Das Tübinger Publikum wählte die Liebeskomödie „L’effet aquatique“ zu seinem Favoriten. Deren Regisseurin, die im Vorjahr mit nur 54 Jahren gestorbene Solveig Anspach, war den Filmtagen eng verbunden; vor drei Jahren präsentierte sie ihr Gesamtwerk in Tübingen. In ihrem posthum erschienenen letzten Film erzählt sie ohne viel Hintersinn, aber mit großer stilistischer Meisterschaft von einem verträumten Kranführer, der alles unternimmt, um das Herz einer etwas kratzbürstigen Schwimmlehrerin zu erobern – inklusive einen Trip nach Island.

Gekoppelt ist der Tübinger Publikumspreis an den mit 20000 Euro dotierten Verleihförderpreis. Das Geld geht an den Verleih, der den Siegerfilm in die deutschen Kinos bringt. Der Haken daran: „L’effet aquatique“ hat noch keinen. Die nächstliegende Lösung des Problems wäre der nur einen Hausflur vom Filmtage-Büro entfernte Arsenal-Filmverleih. Dort hat man die Komödie zwar auf dem Radar, aber noch keine Entscheidung getroffen. „Das ist ein sehr sympathischer, gut gemachter und herzerwärmender Film“, zeigt sich Arsenal-Geschäftsführer Egon Nieser durchaus angetan. Auch die ausgelassene Stimmung im Tübinger Kinosaal hat er wohlwollend registriert. Allerdings lasse sich die Begeisterung auf einem Festival nicht immer eins zu eins auf einen regulären Kinostart übertragen. Bei der Abschlussveranstaltung der Französischen Filmtage am Mittwochabend im Kino Museum wurden noch mehrere andere Preise verliehen. Bester Film im Nachwuchswettbewerb war, zumindest nach Meinung der dreiköpfigen Jury, die französisch-libanesische Produktion „Tombé du ciel“ von Festivalgast Wissam Charaf. In der mit minimalem Budget gedrehten Tragikomödie erscheint ein totgeglaubter Milizionär 20 Jahre nach dem Ende des libanesischen Bürgerkriegs plötzlich wieder auf der Bildfläche. „Der Regisseur hat mit sicherem Stil und schrägem Humor eine einzigartige Erzählwelt geschaffen“, lobten die Juroren Dominik Moll, Boris Lojkine und Véronique Joo Aisenberg. Den Preis für das beste Drehbuch vergab das Trio an Rachel Lang für den Film „Baden Baden“. Favorit der Schülerjury war das vibrierende Pubertätsdrama „Quand on a 17 ans“ von Altmeister André Téchiné. „Der Film ging uns ins Herz
und hat ein paar von uns auch zu Tränen gerührt“, heißt es in der
Begründung.

Bei den Zuschauerzahlen lagen nur Schätzungen vor. Filmtage-Pressesprecherin Andrea Bachmann geht davon aus, dass die Vorjahres-Marke von rund 14000 Besuchern (an allen fünf Spielorten zusammen) gehalten werden kann. In Tübingen litt der Besuch etwas darunter, dass es keinen ausgewiesenen Zuschauer-Magneten wie 2015 „Birnenkuchen mit Lavendel“ gab. Dafür habe es in Stuttgart einen Zuwachs von 10 bis 15 Prozent gegeben, und ins erstmals bespielte Reutlinger Kamino seien aus dem Stand 800 Leute gekommen. „Das liegt weit über dem Schnitt, den die dort sonst haben“, so Christopher Buchholz. Etwas enttäuscht war der Festivalleiter nur von der Resonanz auf einzelne Rahmenprogrammpunkte – speziell das recht spärlich besuchte Cinéconcert zum Science-fiction-Klassiker „Things To Come“ im Sparkassen-Carré.

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09.11.2016, 20:00 Uhr

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10.11.2016

03:50 Uhr

Sven schrieb:

Mit einer besseren Preispolitik sowie intelligenteren Programmierung könnten die Zuschauerzahlen erhöht werden ohne auf einen einzigen „Kassenschlager“ setzen zu müssen. Cineasten mit einem lächerlichem Discount von 1,50€ zum regulären Preis von 8€ durch den Verkauf von 6er-Karten abzuspeisen ist fast schon unverschämt. Dies führt auch unweigerlich dazu, dass Besucher sich mit sechs Karten über das gesamte Festival retten. Wo bitte bleibt der Festivalpass?

Nur mit großem Geschick ist es möglich, Filme direkt hintereinander zu schauen, da es praktisch keinen Freiraum zwischen den Filmen gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Filme mit dem unsäglichen Festival TV bespielt werden, was die Endzeit des eigentlichen Filmes nach hinten verschiebt. Diese Clips sollten laufen, während sich der noch Saal füllt, so dass der Hauptfilm PÜNKTLICH beginnen kann. Sie werden ohnehin nicht besser, wenn der Besucher mehrmals am Tag zu deren Konsum gezwungen wird.



 
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… „ES“ ist ein Kinderfilm für Erwachsene, denn die Helden sind allesamt angehende Teens. Es sind Pubertierende mit all ihren Nöten aus körperlichen Defiziten, großkotzigen Bullies, die die Stadt zu „ihrer“ Stadt erklären, übergriffigen Eltern und vor allem mit einem uralten Schrecken, der der Stadt schon bei der Gründung eingeschrieben wurde: Pennywise. Das alles kommt so fein austariert und bis ins letzte Detail stimmig umgesetzt daher, dass die Kinder dem empfindsamen Zuschauer recht bald ans Herz wachsen, Kinder einer Zeit und Kultur, in der der Horror für Stephen King noch aus dem Kleinstädtischen erwuchs. „ES“ spart nicht an einigen krassen Effekten, ist aber in seinen besten Momenten (und die sind beileibe nicht rar) dort am stärksten, wo es um das scheinbar Nebensächliche und Beiläufige geht: Wenn der Vater von Beverly seiner Tochter etwas zu lange über das Haar streicht, wenn der dicke Ben in der Bibliothek recherchiert und im Hintergrund die Bibliothekarin nicht weicht, wenn Stanley in der Synagoge ein Bild betrachtet und es irgendwann zurückschaut ….. das sind nur ein paar der vielen Szenen, bei denen es / „ES“ dich beklemmend schaudern macht. Chapeau.
Peter Dorn über Es
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