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Verkehr

Eine Fahrt, ein Ticket

Wer im Südwesten Bus und Bahn kombiniert, soll ab Dezember 2018 mit einem Fahrschein auskommen.

07.11.2017
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. . Nutzer des öffentlichen Personen-Nahverkehrs sollen künftig landesweit durchgängige Fahrkarten nutzen können. Wo einer der 22 Verkehrsverbünde im Südwesten endet und der nächste beginnt, soll beim Ticketkauf keine Rolle mehr spielen. Die Umstellung des Systems soll die gestern gegründete BW-Tarif GmbH bewerkstelligen. Das Land übernimmt die Anschubfinanzierung, bis 2025 wird das Projekt mit 18 Millionen Euro bezuschusst. Ziel ist es, die Attraktivität des Nahverkehrs zu steigern.

Das neue, durchgängige Ticket werde für die Nutzer von Bahn und Bus dabei billiger ausfallen als die Addition der Kosten je Karte für eine Bahnfahrt und für die Anschlussfahrt mit dem Bus oder der Straßenbahn, kündigte der Vorsitzende der Regionalleitung Baden-Württemberg der DB Regio AG, David Weltzien, an. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sprach anlässlich der Gründung der BW-Tarif GmbH von einem „historischen Tag“ für den ÖPNV.

Ausbau bis 2021

Die Nutzer von Bus und Bahn müssen sich indes noch gedulden. Die Umstellung des Fahrkarten-Systems soll in zwei Stufen erfolgen. In der ersten, ab 9. Dezember 2018 geltenden Stufe soll der neue BW-Tarif bei den Bahnfahrscheinen auch das ÖPNV-Ticket am Zielort einschließen. So können die Fahrgäste auf dem Weg von Freiburg nach Stuttgart nach der Ankunft am Bahnhof ohne neues Ticket Busse und Stadtbahnen vor Ort nutzen. Ab 2021 soll die zweite Stufe gelten: Dann können die Fahrgäste landesweit und in Straßenbahnen, Bussen, Nahverkehrszügen, an Automaten und auch elektronisch durchgängige Fahrkarten über die Grenzen der Verkehrsverbünde hinweg vom Start bis zum Ziel lösen. Das Motto „Eine Fahrt – ein Ticket“ gilt dann landesweit.

Das existierende Baden-Württemberg-Ticket der Bahn, das schon jetzt für 23 Euro für die erste Person und für weitere fünf Euro je Mitfahrer eine Fahrt durchs ganze Land ermöglicht, werde auch in der neuen Struktur erhalten bleiben, sagte Hermann. „Das wird die Tageskarte im Baden-Württemberg-Tarif nach 9 Uhr.“ Bis zu einer Entfernung von 70, 80 Kilometern werde eine Einzelfahrkarte aber die billigere Variante sein, speziell in Kombination mit der Bahncard, sagte der Geschäftsführer der neuen BW-Tarif GmbH, Thomas Balser. Auch das bisherige Metropol-Ticket für die Region Stuttgart werde in die neue Struktur integriert.

Das durchgehende Ticket bleibt, zumindest fürs Erste, auf Baden-Württemberg beschränkt. Das heißt, Kunden können künftig zwar eine Fahrkarte für eine Fahrt von, zum Beispiel, Allensbach am Bodensee bis Mannheim buchen. Das Ticket reicht dann aber nicht ins benachbarte Ludwigsburg in Rheinland-Pfalz. Das müsse aber nicht für immer so bleiben, sagte Hermann: Auf Bundesebene wollten die Grünen bei den Sondierungen einer Jamaika-Koalition die Idee eines Mobilitätstickets für ganz Deutschland einbringen. Roland Muschel

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07.11.2017, 06:00 Uhr
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