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„Menschen(s)Kinder!“ – Geschichte der Sophienpflege in Bildern (2): Hausvater Wilhelm Klaß heiratete 1918 noch einmal

Ein neues Waschhaus in den Jahren der Inflation

Lustnau. Dürfen Kinder beim Nacktbaden fotografiert werden? Mit der aktuellen Debatte hat dieses Foto aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg nichts zu tun. Es entstand 1925 und belegt, dass es damals fotografisch offenbar keine Bedenken gab.

04.08.2015

Das Bild zeigt Jungen der Tübinger Sophienpflege, die im Goldersbach in der Nähe ihres Heims im ehemaligen Lustnauer Klosterhof eine Abkühlung suchten – beaufsichtigt vom züchtig bekleideten Heimvater Wilhelm Klaß und seiner zweiten Frau Amalie.

So richtig angenehm dürften Wasser und Außentemperatur damals nicht gewesen sein: Den Gesichtern und der Körperhaltung der Jungen ist anzusehen, dass es ihnen schnell kalt wurde im Bach und sie sich in der Sonne zu wärmen versuchten.

Hausmutter Marie Klaß starb am 28. Januar 1918 im Alter von 54 Jahren an einer Lungenentzündung, ihre Tochter Lydia übernahm nach ihrem Tod die Rolle der Hausmutter. Im selben Jahr heiratete Hausvater Klaß die Witwe seines im Krieg gefallenen Neffen, Amalie. In den Inflationsjahren nach dem Ersten Weltkrieg hielten sich die Sophienpflege und ihre „Zöglinge“ durch die anstaltseigene Landwirtschaft existentiell über Wasser.

Anfang der 1920-er Jahre halfen Freunde der Sophienpflege mit Spenden über die Inflationsjahre. Diese kamen auch von Lustnauer Auswanderern in die USA. Sie wurden unter anderem für den Bau eines neuen Waschhauses gebraucht.

Im Jahr 1925, als dieses Bade-Bild entstand, ist die Sophienpflege erstmals wieder voll belegt, und die Anstalt verbuchte einen leichten Überschuss. Allerdings hatte sie sich durch den Wasch-und Backhaus-Neubau stark verschuldet – gestiegene Löhne verteuerten den Bau.

Das Geld „reichte nicht einmal für die Abzahlung der Schuldzinsen“, schreibt Daniela Übelhör vom Tübinger Stadtmuseum im Katalog zur 175-jährige Geschichte der Sophienpflege.

hoy / Bild: Staatsarchiv Ludwigsburg

Info: Die Ausstellung „Menschen(s)Kinder!“ ist bis 4. Oktober im Stadtmuseum zu sehen (Kornhausstraße 10), Dienstag bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr.

Ein neues Waschhaus in den Jahren der Inflation

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04.08.2015, 12:00 Uhr
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