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IHK-Umfrage

Ein kleines Wirtschaftswunder

Die Unternehmer sind mit dem Standort Neckar-Alb zufrieden. Sie sehen aber Verbesserungsbedarf bei Gewerbeflächen, Verkehrsanbindung und Breitband.

14.09.2017
  • Uschi Kurz

Die heimischen Unternehmer sind mit der Region Neckar-Alb zufrieden. Das zeigt das Ergebnis der neuen Standortzufriedenheitsumfrage der IHK in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Zollern-Alb: Sie gaben ihrem Standort wie bereits bei der letzten Erhebung vor fünf Jahren in Schnitt die Note 2,2. Das sei sehr gut, meinte IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp, als gestern zusammen mit Beatrix Andriof (Leiterin Volkswirtschaft und Fachkräftesicherung), die Details vorstellte.

„Der Strukturwandel ist bewältigt, das gilt für alle drei Landkreise“, freut sich Epp und spricht von einem „kleinen Wirtschaftswunder zwischen Echaz, Neckar und Eyach“. 75 Prozent der befragten Unternehmen empfehlen den Standort weiter: „Das war nicht immer so.“ 48 Prozent der Betriebe haben in der Vergangenheit bereits expandiert (30 Prozent vor Ort) 28 Prozent der wollen in absehbarer Zeit am Standort erweitern.

Über alle drei Landkreise hinweg gebe es erfreuliche Zuwächse bei Ansiedlungen in zukunftsträchtige Branchen, wobei Tübingen vor allem mit seinen Biotechnologie-Unternehmen einen leichten Vorteil verzeichne. Folgende Standortfaktoren sind den Unternehmen am wichtigsten: Breitbandversorgung, Versorgungssicherheit Strom, Erreichbarkeit, Allgemeine Sicherheit und Fachkräfte. Die höchste Zufriedenheit gibt es in der Energieversorgung, die geringste in Sachen Breitband. Hier gebe es, trotz aller Anstrengungen der Kommunen, einen riesigen Nachholbedarf, so Epp: „Die Unternehmen wollen Glasfaser.“

Handlungsbedarf sehen die Betriebe bei Fachkräften, Wohnraum und Gewerbeflächen. Auch die Erreichbarkeit über die Straße sei vielerorts ein Problem. Hier gelte es, mit den Planungen schneller voran zu kommen, um wichtige Strecken (beispielsweise die Dietwegtrasse) zu realisieren. Beim Wohnraum wirbt Epp für die Alb: „Wir müssen zurück in den ländlichen Raum.“

Gewerbeflächen, Wohnraum und beruflich qualifizierte Fachkräfte sind die Bereiche, die im Vergleich zur letzten Standortumfrage etwas an Zufriedenheit verloren haben. Was die Gewerbeflächen betrifft, so zeigt sich Epp sehr angetan davon, was sich in Tübingen tue, während man in Reutlingen dringend auf die Realisierung des Betz-Geländes hoffe. Fehlende Fachkräfte und fehlender Wohnraum, auch das gehöre eng zusammen, betont Andriof: „Es bringt Ihnen nichts, wenn Sie eine Fachkraft haben und derjenige findet keine bezahlbare Wohnung im Umkreis von 35 Kilometern.“

Den größten Zuwachs an Zustimmung bei den Unternehmen gibt es beim Image. Früher, so Epp, habe die Region Neckar-Alb als „schön aber behäbig“ gegolten. Diese Zeiten seien vorbei. Kulturangebote, Sport- und Einkaufsmöglichkeiten würden sehr geschätzt: „Bei den weichen Standortfaktoren sind wir top.“ Auch die Sicherheit werde sehr gut bewertet. Allerdings belasteten „die vielen Einbrüche die Zufriedenheit“.

In welcher Kommune ist die Standortzufriedenheit im IHK-Zuständigkeitsgebiet am größten? Auch darüber gibt die neue Umfrage Auskunft, aber dieses Ergebnis möchte Epp zunächst mit den Bürgermeistern besprechen. Immerhin verrät er so viel: „Dettingen ist der Shooting-Star.“

12472 Firmen wurden angefragt, 2256 machten mit

Insgesamt 12 472 Betriebe in der Region bekamen im 1. Quartal 2017 von der IHK den Fragebogen zugeschickt, 2256 beteiligten sich an der Standortzufriedenheitsumfrage. Das ist eine Rücklaufquote von 18 Prozent. Abgefragt wurden 27 Kriterien aus den Themen Infrastruktur und Verkehr, Fachkräfte und Bildung, Standortattraktivität und Kosten. Die Unternehmen sollten angeben, wie zufrieden sie mit der Situation in ihrer Gemeinde sind und welche Standortfaktoren für sie die höchste Wichtigkeit haben. Gleichzeitig gab es Befragungen in den IHK-Bezirken Bodensee-Oberschwaben und Ulm. Somit liegen der IHK Daten für den ganzen Regierungsbezirk Tübingen vor.

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14.09.2017, 01:00 Uhr
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