Tübinger Brückengeschichte (1)

Ein kaiserliches Festmahl

Tübingen. Zwischen 1482 und 1489 wurde unter Graf Eberhard im Bart, dem Universitätsgründer, erstmals eine steinerne Brücke errichtet. Sie überspannte mit fünf Bögen das 81,10 Meter breite Flussbett. Ihre Breite betrug 7,78 Meter.

Ein kaiserliches Festmahl

An den Brückenpfeilern befanden sich kleine Ausweicherker. Das solide Bauwerk stand für den Aufschwung, den Stadt und Universität im ausgehenden Mittelalter nahmen.

Ihren ersten großen Auftritt erlebte die neue Neckarbrücke im Juni 1499, als Kaiser Maximilian I. zu Besuch in Tübingen weilte. Ihm zu Ehren gab die Stadt ein Festmahl auf der Brücke.

Trotz des problematischen Untergrundes und der zahlreichen Überschwemmungen des Neckars hielt das Brückenbauwerk über 400 Jahre stand. Auch die Eisgänge in strengen Wintern brachten es nicht zum Einsturz.

Zuletzt häuften sich allerdings die aufwändigen Reparaturen. Außerdem war die schmale Fahrbahn dem gestiegenen Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen. So zählte man im Jahre 1893 bis zu „998 Zugtiere“, die täglich die Brücke passierten.

1899 bewilligte der württembergische Landtag einen Neubau für 450.000 Mark. Noch im selben Jahr wurde mit dem Abbruch der alten Brücke begonnen und für die Bauzeit ein hölzerner Ersatzsteg errichtet.

Das abgebildete Foto stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde von Universitätsmechaniker Eugen Albrecht gefertigt. Irgendjemand muss ihm dabei geholfen haben, denn er steht selbst links im Vordergrund. Udo Rauch

Bild: Universitätsmechaniker Eugen Albrecht, Stadtarchiv Tübingen


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01.08.2015 - 12:00 Uhr