Viele Kandidaten

Ein Dutzend Bewerber für OB-Posten in Crailsheim

Von dpa/lsw

Das Amt des Oberbürgermeisters in Crailsheim ist offensichtlich begehrt: Zwei Kandidatinnen und zehn Kandidaten haben sich um die Nachfolge des nach nur einer Amtsperiode aus persönlichen Gründen nicht mehr antretenden Stadtoberhaupts Rudolf Michl (SPD) beworben.

Ein Dutzend Bewerber für OB-Posten in Crailsheim

Ein Wahlzettel wird in eine Wahlurne gesteckt. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv dpa/lsw

Crailsheim. Die größten Chancen auf den Rathaus-Sessel in der 34 000 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt im Landkreis Schwäbisch Hall werden bei der Wahl am kommenden Sonntag (12.11.) Christoph Grimmer (32), Ulrich Seel (38) und Sebastian Klunker (43) eingeräumt.

Der parteilose Grimmer, geboren in Crailsheim, ist politischer Berater der FDP-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft. Der Jurist Seel (CDU) leitete bisher das Berliner Büro des Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordneten Egon Jüttner. Und Diplom-Betriebswirt Klunker gehört der AWV-Fraktion im Crailsheimer Gemeinderat an.

Kommunal- und Wirtschaftsberater Jürgen Loga (52), Geschäftsführer Siegmund Lukoschek (59), Unternehmer Alexander F. Kufner (27), Elektroniker Oliver Uhlemann (30), Speditionskauffrau Vanessa Dreschner (32), Senior Consultant Frank Blumenstock (38), Vertriebsleiter Alexander Hofmann (32), Wirtschaftsjurist und Elektronikingenieur Cengiz Yücel (33) und Handelsfachwirtin Eva Maria Arnold (52) werden geringe Chancen eingeräumt.

26 925 Wahlberechtigte sind nach Angaben der Stadtverwaltung zur Stimmabgabe aufgerufen. Sollte keiner der zwölf Bewerber die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, wird es am 3. Dezember eine Neuwahl geben.

Die hohe Zahl von Bewerbern ist bei Oberbürgermeister-Wahlen in Baden-Württemberg außergewöhnlich. Nach Angaben des Städtetags beläuft sich die durchschnittliche Kandidatenzahl bei OB-Wahlen in Großen Kreisstadt auf 3,1; in Stadtkreisen sind es 4,8, in kleineren Städten 3,0.

Dass sich unter dem Dutzend Kandidaten in Crailsheim kein Verwaltungsfachmann befindet, sieht Dezernent Norbert Brugger vom Städtetag nicht als Nachteil: «Es kann sehr nützlich sein, über Fachkenntnisse zu verfügen. Es kann aber auch sehr nützlich sein, eine gewisse Distanz zu den Verwaltungsgeschäften zu haben. Wie so oft im Leben: Es kommt letztlich nicht darauf an, was man ist, sondern was man daraus macht.»

Um wie früher Jux-Bewerbungen per Postkarte zu verhindern, müssen die Kandidaten in Städten von 20 000 bis 50 000 Einwohnern 50 Unterstützer-Unterschriften ihrer Bewerbung beilegen. Alle in Crailsheim zugelassenen Kandidaten haben diese Bedingung erfüllt.


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08.11.2017 - 07:57 Uhr