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Das waren die besten Böden

Ein Drittel der Gewerbefläche in der Braike ist verkauft

Erst vor zweieinhalb Jahren begann die Gemeinde Kusterdingen mit dem Verkauf von Flächen im Gewerbegebiet Braike. Inzwischen ist ein gutes Drittel bereits verkauft oder optioniert. Rund 70 Mitarbeiter/innen fahren täglich dorthin zur Arbeit.

21.12.2012
  • von Manfred Hantke

Kusterdingen. Bürgermeister Jürgen Soltau war selbst überrascht, als er die Quadratmeter zusammenzählte, die er im Gewerbegebiet Braike bereits verkauft hat. Ein gutes Drittel sei im Süden Kusterdingens schon weg – zusammen mit denjenigen Flächen, auf die Firmen ein Vorkaufsrecht haben. In Zahlen: Von den gut 30 000 Quadratmetern netto (also ohne Straßen) sind noch rund 20 000 Quadratmeter zu haben. „Das ist fast schon beängstigend“, staunt Soltau. Dabei sollte die Braike für 20 oder gar 30 Jahre reichen. So zumindest war’s angedacht.

„Die Braike wächst und wächst“, sagt Soltau. Der Schultes sei von Anfang an davon überzeugt gewesen, dass das Gewerbegebiet dort richtig platziert sei. Doch die Flächen würden nicht verramscht, beugt Soltau möglichen Vereinfachungen vor. Die Standortbestimmungen seien einfach „hervorragend“. Die Nähe zur B 28 Richtung Tübingen (mit Anschluss an Stuttgart über die B 27) oder nach Reutlingen sei optimal. Man müsse nicht durchs Wohngebiet fahren. Dazu der Preis: 100 Euro koste der Quadratmeter, voll erschlossen. Das sei marktgerecht. Wer etwa noch eine 120-Quadratmeter große Wohnung auf sein Gewerbe bauen will, müsse noch einen Zuschlag von etwa 140 000 Euro zahlen.

Dabei macht Soltau von sich aus keine Werbung für die Braike, die Leute kämen auf ihn zu, sagt er. Auch nehme die Gemeinde nicht jeden. Bevorzugt dürften Einheimische im Gewerbegebiet bauen, also jene, die entweder einen Betrieb oder ihren Wohnsitz in Kusterdingen oder einem Teilort haben. „Mindestens 20 Auswärtigen habe ich abgesagt“, sagt Soltau (allerdings auch Kusterdingern, weil sie ins Mischgebiet ziehen konnten).

Und schließlich müsse der Betrieb auch passen, ein Indus triegebiet ist halt nicht drin. So sind bis heute rund 70 Arbeitsplätze in den Betrieben entstanden. Die größte Firma ist Ultrasports, die Sportler mit der richtigen Nahrung noch fitter machen will. Sie beschäftigt 40 Mitarbeiter. Mit 17 Beschäftigten rangiert Maagflock, weltweit führender Hersteller von Flockmaschinen und Flockanlagen, auf Platz zwei.

Doch der Erfolg wird auch etwas getrübt. Die Versiegelung von insgesamt 5,5 Hektar landwirtschaftlicher Fläche „tat sehr weh“, sagt Soltau, der beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Stuttgart aktiv und auch Kreisvorsitzender war. Soltau: „Das waren die besten Böden“. So etwas würde er nicht gerne noch einmal machen wollen. Doch der Bedarf sei da gewesen. Hätte es kein Angebot von der Gemeinde gegeben, wäre die eine oder andere Firma weggezogen.

Der Protest der Anwohner habe sich beruhigt, so der Schultes. Denn bevor die Firmen in der Braike angesiedelt wurden, hatten sie am südlichen Ende von Kusterdingen einen freien Blick auf die Schwäbische Alb. Der wurde ihnen mit dem Gewerbegebiet genommen, außerdem wurden zahlreiche Bäume umgesägt. Unterschriftslisten nutzten nichts. Soltau: „Der Gemeinderat stand immer hinter dem Gewerbegebiet“.

Ein Drittel der Gewerbefläche in der Braike ist verkauft
Der Süden von Kusterdingen: Auf bestem Acker beginnt gleich hinter dem Dorf das Gewerbegebiet Braike, links die erste Firma „Ultrasports“. Bild: Hantke

Im Jahre 2008 wies die Gemeinde Kusterdingen das Gewerbegebiet Braike aus. Ein Jahr später stand der erste Bewerber auf der Matte: Der Sportnahrungs-Hersteller Ultrasports bezog sein neues Gebäude schon 2011. Dann folgten Ewald Bauer mit seinem Betrieb für Dach- und Fassadenverkleidungen, Thomas Grauer mit seiner Firma für Elektro- und Lichttechnik und Maagflock. Eine Option auf weitere Grundstücke haben Ultrasports und Maagflock. Ganz neu hinzugekommen ist seit 1. Dezember die „Wexelwirken“-Gemeinschaft. Das sind Selbstständige und Freiberufler aus verschiedenen Branchen. Verkauft ist auch ein Grundstück für eine Suppenküche.

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21.12.2012, 12:00 Uhr
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