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Ein Brückenbauer an der Fed-Spitze
Donald Trump und sein Kandidat für den Job als Fed-Chef: Jerome Powell. Foto: Actionpress Foto: CNP via ZUMA Wire / Zuma Press
USA

Ein Brückenbauer an der Fed-Spitze

Präsident Donald Trump setzt mit Jerome Powell als Notenbankchef finanzpolitisch auf Kontinuität.

04.11.2017
  • PETER DETHIER

Washington. US-Präsident Donald Trump hatte den ungewöhnlich öffentlichen Nominierungsprozess für den nächsten Chef der US-Notenbank wie seine Reality Show „The Apprentice“ inszeniert und versprochen, dass „mein Kandidat Euch alle außerordentlich beeindrucken wird“. Mit der Nominierung des 64-jährigen Jerome Powell zum nächsten Vorsitzenden der „Fed“ hat sich Trump aber für eine sichere Variante entschieden, die zugleich Kontinuität in der Geldpolitik garantieren dürfte.

Zu erwarten ist, dass der Republikaner Powell am Kurs der amtierenden Notenbankdirektorin Janet Yellen festhalten wird: Nach der ultralockeren Geldpolitik im Gefolge der globalen Finanzkrise wird er trotz der Erholung am US-Arbeitsmarkt und der niedrigen Inflationsrate nur langsame Zinserhöhungen beschließen und damit auch Ruhe an den Märkten sicherstellen.

Die Berufung des Juristen und früheren Wall-Street-Finanziers ist ein Sieg für moderate Republikaner, die weder eine dramatische Wende in der Zinspolitik noch eine deutliche Lockerung der Finanzmarktaufsicht sehen wollten. Konservative Republikaner hatten gehofft, dass ein Kandidat den Zuschlag bekommt, „der die Finanzmärkte von regulatorischen Fesseln befreit“.

Durch seine Personalentscheidung hat Trump mit mehreren Traditionen gebrochen. So wurden die vergangenen drei Notenbankdirektoren Ben Bernanke, Alan Greenspan und Paul Volcker für mindestens eine zweite Amtszeit nominiert, und zwar unabhängig von der Parteizugehörigkeit des amtierenden Präsidenten. Die Demokratin Yellen muss sich nach nur vier Jahren im Amt verabschieden. Auch wird Powell der erste oberste Währungshüter seit fast 40 Jahren sein, der kein Ökonom ist.

Geboren in Washingtoner studierte er an der renommierten Princeton Universität Politikwissenschaften und schloss an der Georgetown Universität sein juristisches Staatsexamen ab. Nach ein paar Jahren als Rechtsanwalt wechselte Powell an die Wall Street. Später zog er zurück in seine Geburtsstadt, wo er es unter dem früheren Präsidenten George H. W. Bush zum Staatssekretär für Inlandsfinanzen brachte. Dann ging es wieder an die Wall Street, ehe Powell in Washington für ein Forschungsinstitut arbeitete. Weggefährten beschreiben Powell als einen ruhigen, ausgleichenden Mann mit guten Manieren. Niemals würde er aufbrausen, Powell sei kein Spalter, eher ein Brückenbauer.

Trotz seiner fehlenden Erfahrung in der Geldpolitik wurde Powell 2012 vom früheren Präsidenten Barack Obama für einen Sitz im Notenbankdirektorium nominiert. Dort hat er sich im wesentlichen an die Vorgaben seiner Chefin Yellen gehalten, die grundsätzlich zu einem vorsichtigen Kurs neigt.

Jerome Powells Bestätigung durch den US-Senat gilt als reine Formalität. Von Februar 2018 an wird er als Notenbankchef, die Geldpolitik steuern und maßgeblich auf die Geschicke der globalen Finanzmärkte einwirken. Peter DeThier

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04.11.2017, 06:00 Uhr
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