Kritikerumfrage

Drei Titel gehen nach Stuttgart

Von DPA

Das Opernhaus des Jahres steht in Lyon. Aber auch andere Musiktheater dürfen sich freuen.

Drei Titel gehen nach Stuttgart

Sänger des Jahres: Matthias Klink von der Oper Stuttgart. Foto: dpa

Stuttgart. Bei der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“ hat die Oper Stuttgart in diesem Jahr drei Titel einheimsen können: Als „Sänger des Jahres“ sieht die Umfrage den Tenor Matthias Klink, vor allem für seinen Auftritt in Benjamin Brittens „Death in Venice“. Klink zeigte sich „überglücklich, dass mir diese Auszeichnung ausgerechnet für eine Rolle verliehen wurde, die sich mit den existenziellen Fragen des Künstlerseins auseinandersetzt – Fragen, die ich mir immer gestellt habe und die ich immer wieder aufs Neue versuche, in meinem Tun einzulösen.“

Zudem bekam der Choreograf Demis Volpi für seine Inszenierung von „Death in Venice“ den Titel des besten Nachwuchskünstlers. Der Stuttgarter Opernchor wurde zum siebten Mal seit 2002 „Chor des Jahres“. Kunststaatssekretärin Petra Olschowski gratulierte: „In gleich drei Kategorien den Titel nach Stuttgart zu holen, ist ein erneuter Beweis für die exzellente Arbeit, die in diesem Haus geleistet wird.“

„Opernhaus des Jahres“ ist die Opéra de Lyon. Das Haus unter Leitung des Intendanten Serge Dorny wurde für sein experimentierfreudiges Programm und die hohe künstlerische Qualität gelobt. Hervorgehoben wurde die Ausstrahlung des Hauses in die Stadt und Region rund um Lyon.

Als beste Sängerin ging aus der Umfrage die Sopranistin Anja Harteros hervor, die den Titel zum zweiten Mal erhält. Gelobt wurden ihre Porträts der Maddalena in Giordanos „Andrea Chénier“ und der Elisabeth in Wagners „Tannhäuser“ an der Bayerischen Staatsoper München sowie ihre Sieglinde in der Salzburger „Walküre“.

Zum „Orchester des Jahres“ wählten die Kritiker zum vierten Mal in Folge das Bayerische Staatsorchester unter Chefdirigent Kirill Petrenko. „Dirigent des Jahres“ ist Hartmut Haenchen, der unter anderem für seinen „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen gewürdigt wird. Die meisten Stimmen für eine Aufführung entfielen auf Bergs „Lulu“ aus Hamburg in der Regie von Christoph Marthaler, der Ausstattung von Anna Viebrock und unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano.

In der Kategorie „Regisseur des Jahres“ versammelte Dmitri Tcherniakov die Mehrzahl der Stimmen. Er wurde vor allem für seine kühne Sicht auf Georges Bizets „Carmen“ beim Festival in Aix-en-Provence gewürdigt. dpa


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30.09.2017 - 06:00 Uhr