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Die dreckige Seite des Wasens
75 Tonnen Müll gibt es jedes Jahr auf dem Wasen. Foto: dpa
Volksfest

Die dreckige Seite des Wasens

In Cannstatt stapelt sich der Müll. Jeden Tag fallen mehrere Tonnen Unrat an.

07.10.2017
  • LSW

Stuttgart. Rund zehn Container, mehr als zwanzig Mülltonnen und ein halbes Dutzend Männer, die geschäftig hin- und herlaufen. Zwischen Riesenrad und Zuckerwatte gibt es auf dem Wasen-Gelände einen Hort des Drecks. Auf dem Recyclinghof hört man Hip-Hop statt Helene Fischer und trägt Warnweste statt Wasentracht. Zum Müll hat man ein pragmatisches Verhältnis: „Wir nennen es Rohstoff“, heißt es auf der blau-gelben Arbeitskluft.

Von diesem Rohstoff landen dort täglich vier bis fünf Tonnen. Ein durchschnittlicher Deutscher würde nach den Daten des Umweltbundesamtes mehr als acht Jahre brauchen, um die gleiche Menge Müll im Haushalt zu produzieren. Über die gesamte Dauer des Festes landen demnach mehr als 75 Tonnen Müll in den Containern der Entsorgungsfirma Alba.

Zur Wasen-Halbzeit zählte das Fest bereits mehr als zwei Millionen Besucher. Nach Tagen mit besonders vielen Gästen fällt mehr Abfall an. Schon am frühen Morgen bringen die Schausteller ihre blauen Säcke zum Hof, damit zur Öffnung am Mittag das Gelände wieder in alter Frische und Sauberkeit erstrahlt. Tobias Glas vom Fahrgeschäft „Infinity“ ist entsetzt über das Ausmaß des Unrats: „Es ist grenzenlos, wie viel hier gesoffen und vermüllt wird“, sagt der Schausteller, der selbst nur zwei Säcke dabei hat. „Wenn das Gelände schließt, sieht es hier aus wie auf einem Schlachtfeld. Urin, Kot, Kotze – das ist echt nicht schön.“ Andreas Reimann, der Leiter des Einsatzteams, ist hingegen zufrieden mit der Nutzung der Mülleimer.

Tatsache ist trotzdem: Reimanns Mitarbeiter sind jede Nacht mehrere Stunden unterwegs, um die Wege und Flächen des Geländes zu säubern. Die Müllmassen bestehen nicht nur aus Pommes-Schalen und Plastikbechern, beim zweitgrößten Volksfest der Republik geht auch viel kaputt: Hier und dort steht ein defekter Kühlschrank, in einem der Container stapeln sich zerbrochene Maßkrüge. „Das ist nicht der erste, zwei Container hatten wir schon voll mit Krügen“, erzählt Reimann.

Was die Kollegen des Entsorgungsunternehmens auf dem Recycling-Hof wegschaffen, ist nicht der gesamte Dreck des Festes. Die Wirte kümmern sich in den Zelten selbst um ihre Abfälle oder beauftragen andere Dienstleister. Reimann schätzt: „Da wird sich vermutlich noch einmal genauso viel anhäufen. Die machen richtig viel Müll.“

Direkt vor Ort pressen spezielle Container den Müll rund alle zwei Tage zusammen. Dann schnappen die Greifarme des Transportfahrzeugs zu und hieven die dreckige Fracht auf die Ladefläche. Von dort kommt sie per Lkw zum Hafen, wo das Recycling stattfindet. dpa

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07.10.2017, 06:00 Uhr
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