Musik

Die breite Vielfalt der Liedermacher

Von PIA REISER

Beim „ChanSong“-Fest im Renitenztheater gibt es klassisches Chanson, a cappella und Rock 'n' Roll.

Die breite Vielfalt der Liedermacher

Sängerin Maria Bill tritt mit eigenen Songs auf. Foto: Brandenstein

Stuttgart. Der Liedkunst in all ihren Facetten bietet das Renitenztheater in diesem Jahr zum 16. Mal seine Bühne. Acht Gruppen und Künstlerinnen hat Intendant Sebastian Weingarten zum „ChanSong“-Fest vom 13. bis 21. Oktober eingeladen. Das Chanson habe es schwer, Publikum zu finden, erzählt Weingarten. „Deswegen will ich ihm mit dem Fest ein Forum geben.“

Bei der Auswahl seiner meist weiblichen Künstler hatte der Intendant eine breite Vielfalt im Hinterkopf – wie der der Titel „ChanSong“ schon zeigt. Den Anfang in diesem Jahr machen die „Medlz“, vier Dresdner Musikerinnen, die ihr Publikum a cappella durch 200 Jahre Musikgeschichte führen: von Mozart über Marlene Dietrich bis hin zu Michael Jackson. „Ganz gespannt“ ist Weingarten auf Cynthia Nickschas, die schon mit Konstantin Wecker auftrat und mit ihren frechen und teils punkigen Stücken Geldgier wie Leistungsdruck anprangert und dafür Liebe, Toleranz und Spaß fordert.

Einzige Männer-Truppe im „ChanSong“-Programm ist „Tonträger“. Die vier Berliner Jungs bringen Rock 'n' Roll mit humorvollen deutschen Texten auf die Bühne. Auch die energiegeladene Maria Bill tritt wieder auf, diesmal mit Austro-Pop. Die in Wien lebende Sängerin begeisterte in den vergangenen Jahren mit ihren Brel- und Piaf-Interpretationen und singt nun eigene Songs.

Zum ersten Mal beim „ChanSong“-Fest dabei sind die Sängerinnen Isabel Dörfler und Désirée Nick, die preisgekrönte Swing-Chanson-Band „Moi et les Autres“ bietet dem Publikum französischen Chanson gemischt mit Jazz, Tango oder Balkan-Musik. Die zwei Musikerinnen von „Suchtpotenzial“ beenden das Fest mit Musik-Comedy.

Doch das ist nicht das Ende des „ChanSong“-Festes überhaupt. Das nächste Jahr ist schon vorgeplant und für 2019 hat Intendant Weingarten eine Neukonzeption im Sinn. „Wir wollen mehr Festivalcharakter, also mehr Künstler an einem Abend oder vielleicht Workshops zum Chanson-Schreiben anbieten“, erzählt er. Nach so vielen Jahren müsse man Manches neu denken. Pia Reiser

Info www.renitenztheater.de


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


06.10.2017 - 06:00 Uhr