Die beste aller Welten

Die beste aller Welten

Von Dorothee Hermann

Autobiografisches Drama um einen Jungen, der trotz einer drogensüchtigen Mutter eine glückliche Kindheit hat.

Die beste aller Welten

Die Bilder haben eine Dynamik wie ein Feuerwerk, das losgeht: Das funktioniert nach außen, wie die Funken des Lagerfeuers am Fluss, die himmelwärts sprühen. Von denen wird jeder ein Stern, erzählt Helga (bemerkenswert: Verena Altenberger) ihrem Sohn, dem siebenjährigen Adrian (Jeremy Miliker). Nach innen steigt die explosive Spannung mit jedem Schuss, den sie sich setzt.

Das zeigt der Film nicht direkt: Man sieht nur, dass sie danach müde ist, nicht ansprechbar oder auch gereizt. Dann soll sich Adrian eben selbst etwas zu essen suchen. Zunächst sind die Risse in der Kindheitswelt des fantasiebegabten Jungen fast unmerklich. Er hat das Glück, dass er es gut hat mit seiner Mutter, mit der es nie fad ist. So erzählt es das Kind dem Jugendamtsmitarbeiter, der es ausfragt. Helga bestärkt den Jungen darin, Abenteurer zu werden, wie er es sich erträumt. Und er weiß, dass sein Leben schon jetzt ein großes Abenteuer ist.

Sie gehört zur Salzburger Drogenszene, und man ahnt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Glück von Mutter und Sohn mit einem großen Knall auseinanderfliegt. Es fängt an mit dem unberechenbarsten Typen aus der Szene, der das Kind massiv unter Druck setzt. Die Mutter bekommt nichts mit, weil sie gerade schläft. Hinterher versucht sie dem Jungen zu erklären, dass der Typ sowas Böses in sich hat, wie ein zweiter Mensch oder ein Dämon, deshalb mache er so schlimme Sachen.

Adrian weiß natürlich schon, wie man richtig raucht, und wie man Feuerwerkskracher zündet. Bloß nachts ist er nicht der liebenswerte Checker, der sich schon früh für die Mutter verantwortlich fühlt. Dann hat er Alpträume, die in eine bedrohliche Fantasiewelt führen. Der österreichische Filmemacher Adrian Goiginger war selbst das Kind, dem er sich in seinem außergewöhnlich intensiven autobiografischen Debüt annähert.

Aus der Sicht eines Siebenjährigen: atemberaubendes Filmdebüt über eine Kindheit in der Salzburger Drogenszene.


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27.09.2017 - 14:45 Uhr