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Geld für private Gartenprojekte – ob hinterm Haus oder auf dem Balkon

Die Stadt Tübingen unterstützt den Anbau heimischer Pflanzen

Die Balkonklassiker Geranien, Petunien und fleißige Lieschen sind ja ganz hübsch anzusehen – für Bienen und Schmetterlinge aber sind sie nicht sonderlich wertvoll. Die wollen lieber heimische Pflanzen. Um die Artenvielfalt in Gärten und auf Balkonen zu unterstützen, vergibt die Stadt jetzt Zuschüsse für Gartenprojekte.

07.05.2014
  • von SABINE LOHR

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Tübingen. Stadt ist nicht Natur – aber wenigstens die Grünflächen in der Stadt können dazu beitragen, die Biodiversität – also die heimische Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren – zu fördern. Der Gemeinderat hat dafür 20 000 Euro im Haushalt eingestellt und die städtische Fachstelle Umwelt- und Naturschutz hat nun ein Programm entwickelt, in das dieses Geld fließen soll.

Es ist ein Förderprogramm, mit dem zum Beispiel die Entsiegelung von Flächen, aber auch der Bau einer Kräuterspirale oder eines Teichs, eine Dachbegrünung, Balkonkästen, Kübel für die Terrasse und die Umwandlung eines Ziergartens in eine Blumenwiese unterstützt werden. Für private Projekte sind 13 000 Euro vorgesehen. Die restlichen 7000 Euro werden in einem Wettbewerb für Unternehmen ausgelobt.

Für Trockenmauern gibt es mehr Geld

Gerade noch rechtzeitig vor den Eisheiligen hat der Verwaltungsausschuss diesem Programm nun zugestimmt. Wer also in der kommenden Woche seine Balkonkästen erneuern oder neu bepflanzen will, hat Chancen auf finanzielle Unterstützung, wenn er statt der üblichen südafrikanischen Geranien oder südamerikanischen Petunien auf europäische Pflanzen zurückgreift, die auch auf dem Balkon oder der Terrasse schön aussehen. Die Fachstelle hat eine Broschüre aufgelegt, in der auch eine Pflanzenliste enthalten ist, an der sich Hobbygärtner orientieren können (siehe Kasten).

Interessant ist der Fördertopf aber vor allem dann, wenn man ein größeres Projekt in Angriff nehmen will. Zum Beispiel den Bau einer Trockenmauer, in der sich gerne Eidechsen aufhalten. Oder die Umwandlung des kurzgeschorenen Rasens in eine Blumenwiese, vielleicht mit einem Zwetschgenbaum mittendrin. Gefördert werden auch Kräuterbeete und -spiralen, die Anpflanzung von heimischen Büschen und Bäumen, Teichbauten, Fassadenbegrünungen mit Efeu, Waldrebe, Jelängerjelieber, Waldgeißblatt oder Weintrauben und Dachbegrünungen mit heimischen Sedum-Arten, Dachwurz, Glockenblumen oder Färberkamille.

Je nach Projekt gibt es Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe. Wer seinen Balkon, seine Terrasse oder den Garten neu bepflanzt, bekommt bei einer Gesamtfläche bis zu 50 Quadratmetern höchstens 20 Euro pro Quadratmeter. Ist die Fläche größer, gibt es weniger Geld pro Quadratmeter. Gefördert werden dabei Saatgut, Pflanzen, Erde, Balkonkästen, Kübel und andere Behälter. Wer also sechs große Balkonkästen neu bepflanzt, kann dafür 20 Euro von der Stadt bekommen.

Bei einer Fassadenbegrünung schießt die Stadt die Hälfte der Kosten zu, maximal aber 100 Euro. Bei der Entsiegelung von Flächen gibt die Stadt bis zu 25 Euro pro Quadratmeter, höchstens aber 1500 Euro. Verteilt wird das Geld nach dem Windhundprinzip – wer zuerst kommt, wird zuerst bedient. Und sind die 13 000 Euro ausgegeben, bekommt niemand mehr einen Zuschuss.

Die Projekte müssen nach dem Bescheid dann aber auch umgesetzt werden – das Geld kommt erst, wenn auch die Rechnungen eingereicht worden sind. Dazu gehören auch Handwerkrechnungen, wenn etwa eine Gartenbaufirma größere Arbeiten übernimmt. Der eigene Arbeitseinsatz, etwa beim Umgraben oder Bepflanzen, wird nicht bezuschusst.

Privatpersonen können ihren Antrag ab sofort stellen. Weil die Broschüre, in der alle wichtigen Informationen enthalten sind, noch nicht fertig ist, kann man die Formulare dazu telefonisch bestellen unter 0 70 71 / 204-18 00 oder per E-Mail an umwelt-klimaschutz@tuebingen.de.

Der städtische Umweltbeauftragte Bernd Schott verspricht, dass die Anträge innerhalb einer Woche bearbeitet werden. Ist der Bescheid dann da, kann mit der Gartenarbeit losgelegt werden.

Für Firmen wird noch ein Wettbewerb ausgelobt. Die Unternehmen können sich dann mit ihren Planungen um einen Geldpreis bewerben, der zweckgebunden für die Förderung von Biodiversität ausgegeben werden muss. Eine Jury mit Mitgliedern aus der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, eines Naturschutzverbandes und der Stadtverwaltung entscheidet über die Gewinner.

Die Stadt Tübingen unterstützt den Anbau heimischer Pflanzen
Heimische Blumen und Kräuter machen sich auch im Garten gut. Die Bienen danken es und die Stadt gibt Geld dazu. Bild: ©Ingo Bartussek – fotolia.com

Sträucher:

Berberitze, Besenginster, Brombeere, Faulbaum, Roter Hartriegel, Echter Kreuzdorn, Liguster, Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Sanddorn, Schlehe, Hasel, Rote Heckenkirsche, Himbeere, Schwarzer Holunder, Traubenholunder, rote und schwarze Johannisbeere, Kornelkirsche, gemeiner Schneeball, Wolliger Schneeball, Traubenkirsche, Vogelbeere, ein- und zweigriffeliger Weißdorn, Weinrose, Echte Hundsrose.

Teich/Feuchtbiotop:

Schwimmendes Sternlebermoos, Hornblatt, Tannenwedel, Wasser-Knöterich, Wasser-Hahnenfuß.

Balkon, Terrasse, Garten:

Alpenaster, aufrechter Ziest, Braunelle, Buschwindröschen, Christrose, Esparsette, Gamander-Ehrenpreis, gewöhnliche Waldrebe, Knollen-Platterbse, knolliger Hahnenfuß, kriechender Günsel, Kuckuckslichtnelke, Küchenschelle, Kugellauch, Leberblümchen, Maiglöckchen, deutscher Ziest, Duftnessel, Duftveilchen, Färberkamille, Feld-Thymian, Felsen-Fetthenne, Fingerhut, Flockenblume, Frühlings-Platterbe, Gartengünsel, gelbe Schlüsselblume, gewöhnliches Ferkelkraut, Ochsenauge, gewöhnliche Haselwurz, Goldhaaraster, Goldnessel, Haselwurz, Hornklee, Hundsrose, Knäuelglockenblume, Majoran, Malve, Margerite, Natternkopf, rauer Löwenzahn, rundblättrige Glockenblume, Schneemarbel, scharfer Hahnenfuß, scharfer Mauerpfeffer, Sterndolde, Sumpfdotterblume, Tauben-Skabiose, Walderdbeere, Waldglockenblume, Waldmeister, Wein, Wiesenbärenklau, Wiesenglockenblume, Wiesenflockenblume, Wiesenkerbel, Wiesen-Pippau, Wiesen-Platterbse, wilde Möhre, wilde Platterbse, Wiesenschaumkraut, wilde Resede, Witwenblume, Wurmfarn, Zaunwicke, Zwerg-Frauenmantel, Zwerg-Frauenfarn

Fassaden:

Efeu, gemeine Waldrebe, Hopfen, Jelängerjelieber, Waldgeißblatt, Weintraube.

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07.05.2014, 12:00 Uhr
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