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Die Schonfrist läuft ab
PSA-Konzernchef Carlos Tavares hat angekündigt, dass er die Latte für Opel deutlich höher legen will. Foto: Bildquelle
Opel

Die Schonfrist läuft ab

Seit dem 1. August gehört der defizitäre Autobauer zum französischen PSA-Konzern. Dessen Chef Carlos Tavares macht Druck und will rasch Ergebnisse. Tausende Stellen stehen auf der Kippe.

02.11.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt/Rüsselsheim. Dem Autobauer Opel stehen schwere Zeiten bevor. Dies hat PSA-Chef Carlos Tavares nach der 2,2 Mrd. EUR teuren Übernahme von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall zum 1. August von General Motors (GM) deutlich gemacht hat. „Allen muss klar sein, dass der Status Quo bei Opel keine Option ist.“ Das Unternehmen produziert zu teuer, verkauft zu wenige Autos, fährt jeden Tag einen Verlust von rund 4 Mio. EUR ein. 100 Tage hat Tavares Opel-Chef Michael Lohscheller gegeben, um einen Sanierungsplan auf den Tisch zu legen, am 8. November soll er dem Opel-Aufsichtsrat präsentiert werden. Der Plan wird weitere Einschnitte bringen, wenn auch nicht sofort.

Noch gilt eine Bestandsgarantie zumindest für die 19 000 der 38 000 Opelaner in Deutschland. Und für die Opel-Fabriken. PSA erfüllt die laufenden Tarifverträge, die bis Ende 2018 betriebsbedingte Kündigungen ausschließen, ebenso die Schließung von Opel-Werken bis 2020.

Aber was wird dann? Opel geht es weiter nicht gut. Im September sind die Absatzzahlen in Europa im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10,5 Prozent auf 91 000 Fahrzeuge gesunken. In Deutschland ging es um 0,3 Prozent auf 21 800 Autos nach unten. Seit 1999 steckt der Auto-Hersteller in den roten Zahlen und hat seither Verluste von 13 Mrd. EUR angehäuft.

Die Verunsicherung im Unternehmen ist beträchtlich. Opel-Chef Michael Lohscheller hat versprochen, einen „Zukunftsplan“ in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften auszuarbeiten und vorzulegen. Bedroht sind mittel- und langfristig möglicherweise das Werk in Eisenach und die Motoren- und Komponentenfabrik in Kaiserslautern. Schließlich sollen Antriebsstränge künftig aus Frankreich kommen.

Und PSA setzt voll auf Elektromobilität. Ab 2023 sollen vier von fünf Modellen aus dem Konzern elektrisch rollen. Opel hat zwar den Ampera-E. Der aber wird von GM geliefert und das schon jetzt mehr als stockend. Letztlich könnten auch Opel-Modelle, die unter der Regie von GM geplant wurden und in Deutschland vom Band laufen sollten, auf der Kippe stehen.

Branchen-Experte Stefan Bratzel von der Fachhochschule in Bergisch-Gladbach betont, dass Opel weiter saniert werden und mittelfristig mit einem deutlichen Stellenabbau gerechnet werden müsse – es sei denn, Opel könne seinen Marktanteil erkennbar erhöhen. Deutlicher wird Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Gelsenkirchen. Mit jedem verkauften Auto verbucht PSA einen Gewinn von 913 EUR, bei Opel dagegen fällt ein Verlust von 686 EUR an.

Konkret: „Hätte Opel die gleiche Arbeitsproduktivität wie PSA, hätten die 2016 von Opel und Vauxhall hergestellten Autos mit 33 205 Mitarbeitern produziert werden können – das wären 4965 Mitarbeiter weniger.“ Weil Dudenhöffer auch im Entwicklungsbereich Doppelfunktionen bei PSA wähnt, sieht er bei Opel 6000 Jobs auf der Kippe.

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02.11.2017, 06:00 Uhr
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