Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Die Nile Hilton Affäre

Die Nile Hilton Affäre

Noir-Thriller am Schauplatz Kairo um einen korrupten Polizisten, der in der Endphase des Mubarak-Regimes einen Mordfall ermittelt.

Die Nile Hilton Affäre

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

The Nile Hilton Incident
Schweden 2017

Regie: Tarik Saleh
Mit: Fares Fares, Mari Malek, Yasser Ali Maher

111 Min.

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
07.10.2017
  • Dorothee Hermann

Er verkörpert vollendet den einzelgängerischen Detektiv des Film noir - markantes Gesicht, fast immer eine Zigarette in der Hand und von einem Hauch von Melancholie umgeben. Doch Noredin Mostafa (der schwedisch-libanesische Schauspieler Fares Fares aus „Yalla Yalla“) lebt nicht im Los Angeles der Schwarzen Serie, sondern im Kairo der Beinahe-Gegenwart, unmittelbar vor den Massenprotesten Ende Januar 2011, die zum Sturz von Machthaber Hosni Mubarak führten.

Die explosive Atmosphäre, die extremen sozialen Kontraste und die allgegenwärtige Korruption heben den rasanten Politthriller des schwedisch-ägyptischen Regisseurs Tarik Saleh über Genrekonventionen hinaus. Er schafft es, dass die sozialpolitischen Zutaten mindestens genau so stark wirken wie der mysteriöse Mordfall, mit dem Noredin es zu tun bekommt: Eine bekannte Sängerin wird im Kairoer Luxushotel „Nile Hilton“ tot aufgefunden. Einzige Zeugin ist Salwa (Mari Malek), ein Zimmermädchen aus dem Sudan.

Als die Spuren in ägyptische Regierungskreise weisen, wollen Noredins Kollegen den Mord als Selbstmord zu den Akten legen. Das Zimmermädchen, prompt entlassen, als wäre sie verantwortlich für den Skandal, der das Hotel getroffen hat, taucht ab. Nur an einem regulären Broterwerb interessiert, hat Salwa längst verinnerlichen müssen, konspirativ zu leben wie ein Verbrecher.

In bester Thrillermanier (es gibt keine harmlosen Begegnungen) treiben seine Ermittlungen vor allem den Detektiv in die Enge. Da hilft auch eine Affäre mit einer weiteren Zeugin nicht - die Sängerin Gina (Hania Amar) war eine Freundin der Verstorbenen.

Zugleich ist Noredin eine attraktive Variante der uralten Figur des Einzelnen, der versucht, in einem korrupten System sauber zu bleiben - aber erkennen muss, dass das nicht reicht. Erst recht nicht, wenn die Verhältnisse sich einmal wirklich ändern.

Der Film greift einen realen Fall auf, den Mord an der Popsängerin Suzanne Tamim 2008 in Dubai. Er ist auch im Programm des eben gestarteten Arabischen Filmfestivals Tübingen (ab 12; Arsenal und Atelier).

Attraktiver Film-noir-Wiedergänger verstrickt sich in einen mysteriösen Mordfall in der ägyptischen Hauptstadt.

Spielplan
Tübingen , Arsenal
So,
22.10
20:00
Mo,
23.10
18:15
Di,
24.10
18:00
Mi,
25.10
20:00

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.10.2017, 09:13 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Die Nile Hilton Affäre





Wir bitten Sie, sachlich zu diskutieren und respektvoll miteinander umzugehen. Bitte kommentieren Sie mit Klarnamen und verzichten Sie auf externe Links. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen und Nutzer zu sperren. Genauere Regeln fürs Kommentieren finden Sie in unserer Netiquette .

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

08.10.2017

11:16 Uhr

Elli Emann schrieb:

Der Film ist eine tolle Mischung aus spannendem Thriller und Darstellung der politischen Situation 2011 in Ägypten. Der Ermittler Noredin ist nicht der unfehlbare Gutmensch, dem nichts anderes als das Recht am Herzen liegt: er ist hier selber tief ins System verstrickt, trotz aller Bemühungen, den Fall auszuklären. Das Genre "film noir" wurde gekonnt in die Gegenwart übertragen.



 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
20.000 Euro Preisgeld für herausragendes Programm Rottenburger Kino im Waldhorn zweitbestes Lichtspeilhaus bundesweit
Filme aus der arabischen Welt Tausende Besucher bei Tübingen Filmfestival
Nachruf · Klaus-Peter Eichele Ein Weltbeobachter und Romantiker
Arabisches Filmfestival Eine Kindheit im Iran
Über Punk-Rock aus Reutlingen 30 Jahre Sumpfpäpste in einem Dokumentarfilm
Arabisches Filmfestival mit weiblicher Handschrift Auftakt mit einer Reise durch den Irak
Zuletzt kommentiert
… „ES“ ist ein Kinderfilm für Erwachsene, denn die Helden sind allesamt angehende Teens. Es sind Pubertierende mit all ihren Nöten aus körperlichen Defiziten, großkotzigen Bullies, die die Stadt zu „ihrer“ Stadt erklären, übergriffigen Eltern und vor allem mit einem uralten Schrecken, der der Stadt schon bei der Gründung eingeschrieben wurde: Pennywise. Das alles kommt so fein austariert und bis ins letzte Detail stimmig umgesetzt daher, dass die Kinder dem empfindsamen Zuschauer recht bald ans Herz wachsen, Kinder einer Zeit und Kultur, in der der Horror für Stephen King noch aus dem Kleinstädtischen erwuchs. „ES“ spart nicht an einigen krassen Effekten, ist aber in seinen besten Momenten (und die sind beileibe nicht rar) dort am stärksten, wo es um das scheinbar Nebensächliche und Beiläufige geht: Wenn der Vater von Beverly seiner Tochter etwas zu lange über das Haar streicht, wenn der dicke Ben in der Bibliothek recherchiert und im Hintergrund die Bibliothekarin nicht weicht, wenn Stanley in der Synagoge ein Bild betrachtet und es irgendwann zurückschaut ….. das sind nur ein paar der vielen Szenen, bei denen es / „ES“ dich beklemmend schaudern macht. Chapeau.
Peter Dorn über Es
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
„Es ist ein großes Puzzle“ Hochklassige Miniserie an vier Abenden
Jean Rochefort ist gestorben Mit Schalk, Charme und Schnauzbart
Stephen Kings „Es“-Verfilmung Es ist zum Fürchten
Harry Dean Stanton mit 91 Jahren gestorben Ein Gesicht, das alles erzählt
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular