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24.11.2015

Ein Abseits des Krieges gibt es nicht. Auch wenn man die Möglichkeit hat, den Zweiten Weltkrieg gemütlich am Mah-Jongg-Tisch zu überstehen. Die Frauen der höheren Kollaborateure mit der japanischen Besatzung in Shanghai vertreiben sich so die Zeit. Eines Tages taucht die junge Frau Mai (Tang Wei) in ihrem Kreis auf. Die Macht im Haus hat Herr Yi (Tony Leung), obwohl er vom Zirkel der Frauen aus nur wie ein flüchtiger Gast erscheinen mag. Der Chinese Yi ist so genannter Sicherheitschef der japanischen Besatzer. Was das bedeutet, geht dem Zuschauer erst allmählich auf.

Auch Frau Mai ist eine andere als sie scheint. Vorgeblich die Frau eines Import-Export-Kaufmanns, hat sie vom chinesischen Widerstand den Auftrag, Yis Liquidierung vorzubereiten. Dafür muss sie seine Geliebte werden. Yi, unendlich diskret und unendlich misstrauisch, lässt so leicht niemanden an sich heran.

Doch der seltsamen Anziehung zwischen den beiden kann er sich so wenig entziehen wie Frau Mai, die eigentlich die Studentin Wang Jiazhi ist und in die Rolle der Frau Mai wie in eine Maske schlüpft. Eine sado-masochistische Obsession, in der vor allem für die junge Frau schließlich die Grenzen verschwimmen zwischen dem, was sie vorgibt zu sein und den eigenen erotischen Wünschen.

Es fällt schwer, in Tony Leungs sensiblen Zügen den verbrecherischen Machtmenschen zu erkennen. In grandioser Ausstattung beschwört Regisseur Ang Lee die untergegangene Welt von Britisch-Hongkong und eines Shanghai vor dem derzeitigen Wirtschaftsboom. Beim diesjährigen Festival von Venedig gewann der Film den Goldenen Löwen

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
Peter Dorn über The Bye Bye Man
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