Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Die Haut, in der ich wohne

Die Haut, in der ich wohne

Horror-Melodrama von Pedro Almodovar um die undurchsichtigen Machenschaften eines Schönheitschirurgen.

Jetzt im Kino: Mit Almodovar auf Frankensteins Spuren - "Die Haut, in der ich wohne"

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Jetzt im Kino: Mit Almodovar auf Frankensteins Spuren - "Die Haut, in der ich wohne" --

02:06 min

Spanien

Regie: Pedro Almodóvar
Mit: Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes, Jan Cornet, Roberto Álamo

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
07.10.2011
  • Ulla Steuernagel

Robert Ledgard (Antonio Banderas) ist eine Mischung aus Frankenstein und James Bond, verrückter Wissenschaftler in coolem Dressing und mit geschmeidigem Auftreten. Umgeben ist er von einer Art mittelalterlichen Festung, die zugleich Hightech-Schönheitsklinik ist, abgeschirmt und versorgt von einer liebenden Haushälterin. Damit ist schon die Grundlage für einen Horrorthriller beisammen. Pedro Almodóvars „Die Haut, in der ich wohne“ bezieht seine Spannung nicht aus dem klassischen Suspense, der gedehnten Erwartung, sondern unmittelbar aus Bildern, die mit Makellosigkeit und Verletzbarkeit spielen.

Ledgar hat sich ein Geschöpf gebastelt, ein makelloses Wesen, das er über Bildschirm beobachtet, immer weiter perfektioniert und für den großen Moment der Penetration vorzubereiten scheint. Diese junge Frau, sie heißt Vera (Elena Anaya) – obwohl sie eher Fälschung als Original ist – ist Schönheit und Anmut in Person, aber auch seltsam unberührt und identitätslos. Sie schneidet ihre Kleider in Fetzen, mit denen sie gesichtslose Wesen bandagiert. Damit plagiiert sie das Werk von Louise Bourgeois. Mechanisch beschreibt sie die Wände ihres Käfigs, nicht um Gedanken festzuhalten, sondern um Existenz zu dokumentieren. Mehr scheint nicht in Vera zu stecken.

Fetzenweise wird die Geschichte der jungen Frau entblättert und hier ist der Regisseur, der sich in diesem Film in ein für seine Verhältnisse ungewöhnlich aseptisches Milieu begibt, wieder ganz der alte und so schräg, wie man es von ihm erwartet. Vera war nämlich einmal Vicente, bis er von dem unheimlichen Doktor zwangsweise geschlechtsgewandelt wurde. Das Ganze ist ein Strafakt für die Vergewaltigung von Doktors Töchterlein. Die Penetration missglückte jedoch, was aber noch nicht einmal der mutmaßliche, weil extrem zugedröhnte Vergewaltiger weiß. Töchterchen ist ohnehin, seit sie den Todessturz der Mutter hautnah miterlebte, in psychiatrischer Obhut. Die Mutter hatte nur wegen Doktors medizinischer Kunst als gezeichnetes Brandopfer überlebt. Und so widmet sich ein ganzes hoffnungsvolles Medizinerleben der Optimierung von Haut.

Auch mit veränderter Handschrift schuf Almodòvar ein Meisterwerk, dem trashigen Plot steht die klinische Atmosphäre gut zu Gesicht.

Ein schönes Wesen in Frankenstein-Hand, hier macht die Glätte Gänsehaut.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.10.2011, 12:00 Uhr | geändert: 05.01.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Film und Buch über Heiler jenseits der Schulmedizin Es kommen vielmals arme Leute
Auf Burg Hohenzollern gedrehter Hollywoodfilm im Kino A Cure for Wellness: Aale, Aale, überall Aale
Autorin im Arsenal, Regisseur im Waldhorn Buch und Film über die Gabe zu heilen
Zuletzt kommentiert
JOHN WICK wird im Film auch Jonathan gennat oder Abgesandter des Todes. JOHN WICK weigert sich, eine Schuldmünze zu begleichen. Das verstößt gegen die Regeln. Und Regeln sind dazu da, dass sie eingehalten werden. Deshalb wird ihm gleich mal das Haus abgefackelt und ein Photo von JOHN WICK und seiner verstorbenen Frau. JOHN WICK ist jetzt doch bereit, die Schuldmünze zu begleichen. JOHN WICk ist unzufrieden mit der Gesamtsituation. JOHN WICK beschließt alle Bösen per Kopfschuss zu töten. Am liebsten schießt JOHN WICK wehrlos auf dem Boden liegenden Männern in den Kopf. Aber mit den Frauen hat er es auch nicht so. Drei von ihnen werden übelst zugerichtet. Eine legt sich eben mal die Pulsadern frei, als sie merkt, dass JOHN WICK in der Nähe ist. Trotzdem kriegt sie eine Kugel in den Kopf. Der Sicherheit halber. JOHN WICK macht keine halben Sachen. Gesamteindruck: Eintönig.
Herr Gscheitle über John Wick: Kapitel 2
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Neue Trailer
Neueste

Kino Suche im Bereich
nach Begriff