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Die Farbe des Ozeans

Die Farbe des Ozeans

Eine deutsche Touristin wird auf den Kanarischen Inseln in ein Drama mit illegalen Bootsflüchtlingen verstrickt.

Jetzt im Kino: Bootsflüchtlinge kreuzen Traumurlaub - "Die Farbe des Ozeans"

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Jetzt im Kino: Bootsflüchtlinge kreuzen Traumurlaub - "Die Farbe des Ozeans" --

01:42 min

Deutschland

Regie: Maggie Peren
Mit: Sabine Timoteo, Hubert Koundé, Alex Gonzalez, Friedrich Mücke, Nathalie Poza

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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14.05.2012
  • Klaus-Peter Eichele

Sonne, Strand und Party – so hat sich die deutsche Touristin Nathalie ihren Urlaub auf den Kanarischen Inseln vorgestellt. Doch dann bricht plötzlich das Unheil der Welt über sie herein. Beim Baden wird die junge Frau (Sabine Timoteo) Zeugin, wie ein Boot mit afrikanischen Flüchtlingen an der Küste strandet. Viele sind bereits tot; der Rest wird von der Grenzpolizei eingesammelt und in ein Lager gesteckt. Weil sie mutmaßlich aus dem „sicheren“ Senegal kommen, ist ihnen die Abschiebung sicher. Der Vorfall rührt an Nathalies Gewissen – und wird existenziell, als einer der Afrikaner, der sich mit seinem kleinen Sohn aus dem Lager befreien konnte, sie verzweifelt um Hilfe bittet.

Die junge deutsche Regisseurin Maggie Peren thematisiert in ihrem zweiten Kinofilm eine der großen, gleichwohl kaum in den Medien (geschweige denn im Kino) präsenten Menschheitstragödien: die massenhafte, oft tödliche endende Flucht von Afrikanern übers Meer nach Europa. Für den Hintergrund des Exodus interessiert sich Peren nur beiläufig – dass er menschlich gerechtfertigt ist, setzt sie voraus. Im Fokus steht jedoch die deutsche Urlauberin, deren sorgloses Leben durch die persönliche Erfahrung des Elends und der schmählichen Behandlung der Verdammten dieser Erde erschüttert wird – und die doch feststellen muss, dass es gar nicht so einfach ist, in dieser vertrackten Lage das Richtige zu tun.

Neben diesem gelungenen politischen Psychogramm ist „Die Farbe des Ozeans“ aber auch ein dicht inszeniertes, phasenweise sehr spannendes Krimidrama, dessen atmosphärische Bilder das Ferienparadies Kanaren mal von einer ganz anderen Seite zeigen.

Bootsflüchtlinge provozieren das Mitleid einer Urlauberin – aber reicht das aus, um gut zu sein?

Spielplan

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14.05.2012, 12:00 Uhr | geändert: 06.09.2012, 12:00 Uhr

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23.05.2012

12:00 Uhr

Berkel schrieb:

Unsere Fangflotten fischen West-Afrikas Küsten leer, selbst meine "alternativen" Spar-Freunde setzen auf Warentermingeschäfte mit Lebensmitteln und im Gegenzug versuchen die unerwartet verarmten afrikanischen Fischer und Bauern, in den selben Booten, mit denen sie einst ihren Lebensunterhalt bestritten, zu uns zu kommen, um zu überleben, sofern sie nicht in der Piraterie ihr Glück versuchen. Flüchtling Mamadou (so heißen offenbar 80 % aller Kongolesen) erklärt nüchtern den Tod zweier kleiner Mädchen auf dem Boot, die verdursteten und über Bord geworfen wurden: "Niemand teilt sein Wasser." Das gilt für die Flüchtlinge ebenso wie für diejenigen, die deren letzte Hoffnung sind: wir Europäer. Die deutsche Touristin Nathalie tut etwas sehr anrührendes, menschliches: sie wird Zeugin des Elends, öffnet ihr Herz, will helfen. Es sind nur 500 Euro für die Überfahrt aufs sichere Europäische Festland eines Afrikaners und seines Sohns, aber sie muss dieses relativ kleine Opfer vor ihrem Tennis spielenden Ex-Studi-Normalo-Lover ebenso verbergen, wie eine Hailfinger Bauersfrau, die einem KZ-Häftling einen Kanten Brot zusteckt, obwohl ihr Mann ein Nazi ist. Und nicht nur dessen Wandlung macht den Film sehr, sehr rührend. Ein wahrhaft großartiger und wichtiger Film, der nicht in amerikanischen Gut-Böse Klischees "funktioniert" sondern differenziert und sachlich, aber mit viel Herz auf das Elend an unseren Grenzen zu den unverblümten Sklavenregionen dieser Welt aufmerksam macht, wo jede Stunde Menschen ihr Leben lassen, ertrinken, verdursten. Erwartungsgemäß interessierte das außer mir nur etwa zehn junge Frauen und der Film kommt sicher mal um 2:30 Uhr im SWR. Den Afrikanern wäre mit nur 30 Prozent der Aufmerksamkeit, die den Palästinensern zuteil wird, schon sehr geholfen.



 
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Schlichtweg genial ist an diesem strunzöden, oft lachhaften, aber nie wirklich lustigen Film eher mal gar nix. der Humor ist seicht, platt und bemüht, was dann gar mehr an einen teutonischen Genrevertreter gemahnt. von französischer Leichtigkeit und Spritzigkeit iss hier nix zu sehen. Einzig das engagierte Spiel der immer irgendwie knuffigen, sympathischen Virginie Efira rettet die cineastische Stinkbombe vor dem Totalabsturz. Um den Tagblatt-Kritiker indes muss man sich langsam wirklich Sorgen machen ...
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