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Kommentar

Die Altstadt auftauen!

Jetzt geht es also doch weiter an der Blauen Brücke. Türmer Ulf Siebert wird seine Musiklounge sogar vergrößern. Es scheint so, als hätten all jene recht, die die jüngste Debatte ums siechende Nachtleben in Tübingen einmal mehr zu einer regelmäßig wiederkehrenden Scheindiskussion erklärten.

28.12.2012
  • von Matthias Stelzer

Tatsächlich ist der Erhalt des „Blauen Turms“ für die strauchelnde Ausgehstadt Tübingen nicht mehr und nicht weniger als eine Verschnaufpause. Zeit, um zu überlegen, wie es weitergehen kann mit dem Nachtleben in einer Kommune, die immerhin 27.000 meist junge Studierende hat. Klar ist, wenn Tübingen seinen Ruf als attraktive Uni-Stadt behalten und im Wettstreit um den Gastroumsatz in der Region bestehen will, muss die Suche nach zusätzlichen Clubstandorten und Adressen für modernere Gastronomie-Konzepte in der Altstadt weitergehen.

Warum das so ist, zeigt der Blick nach Stuttgart, nach Reutlingen oder im Uni-Vergleich auch nach Heidelberg und Freiburg. Überall dort ist den Städten gelungen, spezielle Ausgeh-Quartiere zu schaffen, attraktive Anlaufstellen fürs junge Publikum eben. In der Theodor-Heuss-Straße oder am „Hans-im-Glück-Brunnen“ in Stuttgart oder in der Oberamteistraße in Reutlingen trifft man die Tübinger inzwischen in Scharen. Eine Tatsache, die Tübingen viel Gastroumsatz entzieht.

Jetzt lässt sich eine Theodor-Heuss-Straße selbstverständlich nicht einfach gen Süden versetzen. Und selbst wenn man wollte, wäre es nicht einfach, Tübingen eine eigene „Schinkenstraße“ zu verpassen. Aber einzelne Altstadt-Straßenzüge (beispielsweise Kornhausstraße oder Ammergasse), in denen jetzt schon Gastronomie ansässig ist, könnte man durch die Konzessionierung neuer Kneipen stärken.

Auf beschränkte Zeit angelegte Gastronomie statt 99-Cent-Läden und Leerstand – mit diesem Konzept haben andere Kommunen gute Erfahrungen gemacht. Im Herzen Tübingens vereitelt dies aber die Altstadtsatzung. 1989 als „Bebauungsplan Altstadt“ verabschiedet, soll sie Wohnnutzung im Zentrum der Stadt gewährleisten. Eine „Neuerrichtung und Erweiterung von Schank- und Speisewirtschaften sowie die Neuerrichtung von Einrichtungen zur Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr auf der Straße“ schließt sie in ihrem Geltungsbereich aus.

Das bedeutet, dass das Kneipenangebot in der Altstadt Ende der 80er-Jahre eingefroren wurde. Die Pachtpreise für Gastronomieflächen werden – dank ordentlicher Nachfrage und fehlenden Möglichkeiten – unnatürlich hoch gehalten. Für eine junge Stadt, die gut vom regelmäßigen Wechsel ihrer (Zweitwohnsitz-)Bevölkerung lebt, ist das kein guter Zustand. Tübingen muss trotz der positiven Entwicklung an der Blauen Brücke weiter über seine Rolle als junge (Ausgeh-)Stadt debattieren – Risiken und Nebenwirkungen inklusive. Im Klartext heißt das: Auch wenn es viele Bewohner anders sehen, darf der Bebauungsplan von 1989 dabei kein Tabu sein. Im Zweifel muss man die Altstadt sogar auftauen!

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28.12.2012, 12:00 Uhr
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