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Firma Queck verriegelt den Weg und damit den Zugang zum Baden

Die Absperrung am Baggersee verärgert Bühler

Die Firma Queck, die früher ein Kieswerk am Bühler Baggersee betrieben hat, hat im Sommer die Zufahrt zu ihrem Werk mit Tor und Drahtzaun hermetisch abgeriegelt. Allerdings an einer Stelle, wo der Weg am Baggersee gar nicht der Firma gehört, sondern der Stadt Tübingen. Darüber ärgern sich die Bühler.

28.10.2014
  • Angelika Brieschke

Bühl. Der Streit um den Weg am Baggersee lang ist verworren. Klar aber ist, dass an der Stelle, an der jetzt eine unüberwindliche Sperre von der Firma Queck errichtet wurde, der Weg der Stadt Tübingen gehört, also öffentlich ist. Erst rund 250 Meter weiter hinten gehört der Weg der Firma Queck. Erst ab da dürfte er für die Öffentlichkeit gesperrt werden.

Zwar ist das Tor mitten auf dem öffentlichen Weg schon seit Jahrzehnten vorhanden – an genau dieser Stelle. Bisher aber hat sich niemand daran gestört, weil man problemlos daran vorbei gehen konnte. Tagsüber war das Tor wegen des Lastwagenverkehrs zum Kieswerk sowieso meist offen – und damit auch der Zugang zur einzigen Badestelle am See.

Das ist nun nicht mehr so, weil die Firma Queck seit dem Sommer das Tor immer geschlossen hält und außerdem den Grünstreifen neben dem Weg bis zum See mit einem Drahtbauzaun gesperrt hat. Daran stören sich vor allem ältere Bühler, die „schon seit 60 Jahren da baden gehen“, wie die 73-jährige Christa Primbs sagt. Deswegen hat sie sich auch mit einem Schreiben an die Bühler Ortsverwaltung gewandt mit der Aufforderung an die Gemeinde „das gesetzwidrige Sperrtor am Weg und die Zugangshindernisse zum See zu entfernen.“

Dem kann die Ortsverwaltung nur in Teilen nachkommen. Ob der Baggersee tatsächlich jemals offiziell für den Badebetrieb freigegeben wurde, wie Christa Primbs meint, dazu ist in den Akten nichts zu finden. Und auch nichts dazu, wie die Vereinbarung zwischen Firma und Gemeinde war, als in den 1970er-Jahren Teile des Weges von der Firma Queck gekauft wurden, weil sie auch dort Kies ausbaggern wollte.

Ursprünglich war der gesamte Weg von Bühl bis Kiebingen in öffentlicher Hand. Christa Primbs ist sich sicher, dass die Firma damals dazu verpflichtet wurde, einen Ersatzweg einzurichten: eine Querverbindung zum Feldweg 7212, der direkt an der Eisenbahnlinie verläuft. Das hat die Firma nie getan. Dafür aber hat sie ein Tor mitten auf dem Zufahrtsweg zum Kieswerk aufgestellt. „Eigentlich hätte Queck das Tor schon viel früher bis an die Privatgrenze zurücksetzen müssen“, sagt der Bühler Ortsvorsteher Gerhard Neth. Da sich bisher aber niemand daran gestört habe, habe die Stadt bisher auch nichts unternommen.

Jetzt allerdings hat sie im September eine Verfügung an die Firma Queck geschickt, „dass der Feldweg wieder begehbar gemacht werden muss“ – bis zu der Stelle, wo das Privatgelände der Firma beginnt. Dafür hat sie ein paar Wochen Zeit, wie Andreas Kerth, der Leiter der Tübinger Fachabteilung Verkehrsrecht und Ordnungswidrigkeiten, erklärt. Danach werde das Tor im Auftrag der Stadt abgebaut und die Kosten der Firma Queck in Rechnung gestellt.

Damit werden dann zwar die Verhältnisse auf dem Weg geklärt sein, aber die Verärgerungen zwischen den Bühlern und der Firma Queck noch lange nicht. Denn sowohl Christa Primbs als auch Gerhard Neth und Andreas Kerth vermuten, dass die rigorose Absperrung des Weges im Sommer eine Art „Racheaktion“ (Primbs) von Seiten der Firma war. Kurz zuvor nämlich hatte die Stadt Tübingen auf heftiges Drängen der Bühler Bevölkerung eine Tonnage-Beschränkung für die Knollstraße erlassen. Durch diese Straße fährt die Abbruchfirma Hipp und Strassenburg, die das Queck-Gelände gepachtet hat, ihr Werk an. Seit Mitte Juli ist diese Straße nun für Lastwagen über zwölf Tonnen gesperrt.

„Ich bin sehr besorgt, wie’s weitergeht“, sagt Ortsvorsteher Neth. „Ich find‘s extrem bedauerlich, dass es mittlerweile so verhärtet ist, dass da kein Konsens mehr möglich ist.“ Die Versäumnisse der Stadt bei der Einhaltung der Privatgrenze am Baggerseeweg, erklärt er sich so: „Man hat ja immer gedacht, das ganze Problem löst sich, wenn die B 28 gebaut wird. Deswegen hat man das nie mit Konsequenz verfolgt.“ Der Bau der neuen Bundesstraße entlang der Eisenbahnstrecke würde die Probleme, die durch den Betrieb am Baggersee entstehen, lösen: Dabei ist nämlich eine eigene Zufahrt für das Firmengelände von der Bundesstraße aus vorgesehen. „Dann kann man mit dem Gelände machen, was die Nutzungsverordnung hergibt“, sagt Ortsvorsteher Neth. Obwohl ihm persönlich am liebsten wäre, wenn der See, der zur Hälfte schon Naturschutzgebiet ist, „komplett in die Naturschutznutzung übernommen würde. Der See ist ornithologisch sehr interessant.“

Die Absperrung am Baggersee verärgert Bühler
Der Weg entlang des Bühler Baggersees ist seit dem Sommer immer abgesperrt. Dadurch ist auch der Zugang für Badegäste zum See runter (rechts hinter dem Gatter) nicht mehr möglich.

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28.10.2014, 12:00 Uhr
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