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Die Kosten sind noch zu hoch

Dettenhäuser Gemeinderat verschiebt Entscheidung über Nahwärme

Rathaus und Schule werden vorerst nicht an das Nahwärme-Netz angeschlossen. Denn Ökologie und Ökonomie passen noch nicht zusammen.

20.09.2012
  • von Manfred Hantke

Dettenhausen. „Die Geschichte ist nicht gestorben“, sagte am Dienstagabend Dettenhausens Bürgermeister Thomas Engesser zum Abschluss der Beratungen über den Anschluss von Rathaus und Schulareal an das Dettenhäuser Nahwärme-Netz. Doch die Gemeinde habe eine wirtschaftliche Verpflichtung, der Rat seine Verantwortung. Ökologie ist das eine, Ökonomie das andere.

Schon geraume Zeit verhandeln die Dettenhäuser Wärme e.G. und die Gemeinde über den Nahwärmeanschluss von Rathaus und Schulareal (wir berichteten). Auch ein Mitte August anberaumtes Gespräch mit den Genossenschafts-Vorständen Franz Milley und Ex-Schultes Hans-Joachim Raich brachte kein Ergebnis. Kurz darauf traf sich der Gemeinderat zur Sondersitzung. Obwohl der Vorstand zuvor ein neues Angebot abgegeben hatten, gab es keine Einigung.

Knackpunkte für die Verwaltung sind der Preis sowie die Abnahmeverpflichtung. So kämen auf die Gemeinde „deutliche Mehrkosten“ im Vergleich zum derzeitigen Gaspreis zu, heißt es in der Vorlage. Ein Anschluss ans Nahwärme-Netz wäre nur dann günstiger, wenn der Gaspreis um 30 Prozent steigen würde. Über den Preis wollen die Genossen aber derzeit nicht mit sich reden lassen.

Doch die Gemeinde steckt in der Zwickmühle. Die Heizung im Schulzentrum ist über 30 Jahre alt und muss dringend erneuert werden. So stellte die Verwaltung den Antrag, Rathaus und Schule vorerst nicht an das Nahwärme-Netz anzuschließen und einen Ingenieur zu beauftragen, Alternativen für eine neue Heizungsanlage der Schule zu berechnen.

Nur einer wollte die

Energiewende sofort

Rainer Wizenmann (FWV) sprach für seine Fraktion und stimmte dem Vorschlag zu, für den Antrag war auch Reinhold Halder von der CDU. Prinzipiell sei die Wärmeversorgung durch regenerative Energien „willkommen“, aber ökonomisch könne die Gemeinde beim derzeitigen Angebot nicht mitgehen.

Anders sah das Matthias Groß (ULD). Er wollte eine „Lanze für den Anschluss“ brechen. Der entscheidende Punkt sei doch, die Energiewende im Kleinen hinzubekommen und dafür die Weichen zu stellen. Man solle längerfristig denken und weg von den fossilen Brennstoffen kommen. Es wäre die richtige Entscheidung, die städtischen Liegenschaften ans Nahwärme-Netz anzuschließen. Das wird bekanntlich mit Holzhackschnitzeln gefüttert, das Heizkraftwerk steht auf dem Firmenareal der Dettenhäuser Holzwerke Zimmermann.

Seine Ratskollegen (die beiden Gemeinderätinnen waren nicht da) sahen das anders. Bei einer Gegenstimme nahm der Gemeinderat den Verwaltungsvorschlag an. Etwas Hoffnung konnte Engesser dennoch auch den anwesenden Genossenschaftsvorständen machen. Die Entscheidung des Rats bedeute kein K.O. Wenn die Nahwärme perspektivisch das beste Angebot sei, werde die Gemeinde sich dafür entscheiden.

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20.09.2012, 12:00 Uhr

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