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Dokumentarfilm
Deutschland

Regie: Jonas Grosch
Mit: Christof Wackernagel

- ab 0 Jahren

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23.11.2015
  • von mi

Christof Wackernagel ist in Deutschland bekannt als RAF-Aktivist und als Polizist. Ersteres war er nur wenige Monate lang, zweiteres war er nur als Schauspieler, unter anderem in der RTL-Serie „Abschnitt 40“. Dass der 56-Jährige nun im westafrikanischen Mali lebt, ist auch ein Versuch, sich dieser schablonenhaften Wahrnehmung zu entziehen.

Seinen ersten Film-Erfolg hatte er bereits mit 16 Jahren (1967: „Tätowierung“), später gründete er in Stuttgart die linke Druckerei Fantasia mit und kam in Kontakt mit der RAF. Nach zwei Monaten in der Illegalität wurde er in Amsterdam verhaftet, sagte sich im Gefängnis vom „bewaffneten Kampf“ los und kam nach zehn Jahren wieder frei.

In Interviews mit seinem Neffen, dem Dokumentarfilmer Jonas Grosch, erzählt Wackernagel aus dieser Zeit, erzählt von seiner Wut, seinem Hass auf die Ungerechtigkeit – und von seinem Scheitern. Dabei verzichtet Grosch auf Archivmaterial ebenso wie auf eigene Kommentare, sondern überlässt seinem Onkel die Bühne. Wut und Scheitern prägen auch Wackernagels heutiges Leben: Mali ist reich an Baumwolle, doch seine Bewohner bleiben arm.

Der Versuch, dort eine Vollkornbäckerei aufzubauen, scheitert – weil der teure Spezialofen explodiert. Und aus der geplanten Kulturkarawane quer durch ganz Afrika wird auch nichts, weil der deutsche Außenminister Joschka Fischer lieber „Friedenssoldaten“ in den Sudan schicken will. Trotzdem bewahrt sich Wackernagel ein herzhaftes Lachen, bäckt nun in Mali kleinere Brötchen (genauer: er schabt Spätzle), schreibt an einem Roman und spielt Gitarre mit seinem Freund Madou.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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Der Weiße mit dem Schwarzbrot - Christof Wackernagel in Mali





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Ein interessanter, sehr nüchtern und pragmatisch inszenierter Film über die ersten Vorkämpferinnen von Frauenrechten, speziell des Wahlrechts für Frauen. Ungeschönt wird die alltägliche Situation einfacher Wäscherinnen gezeigt (in der Familie und am Arbeitsplatz, wo sie auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind), die sich nach jahrelangem "Kampf" mit friedlichen Mitteln nicht mehr mit Worten abspeisen lassen wollen. An diese Pionierinnen, die alles riskiert haben, kann nicht oft genug erinnert werden. Vor allem, wenn man daran denkt, dass das allgemeine Wahlrecht für Frauen in der Schweiz 1971(!) eingeführt wurde und in Saudi-Arabien vor ca. 6 Wochen. .
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