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Veganer empfinden Verzicht als Bereicherung

Der Mensch ist kein Tier

Gestern war Weltvegantag. Die Tübinger Gruppe warb auf dem Holzmarkt für ihren Lebensstil. Aus ethischen Gründen wollen sie keine Tiere opfern. Für Tübingen fordern sie eine vegane Mensa.

02.11.2009
  • Fred Keicher

Tübingen. Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier, kein Leder. Gabriele Busse ist Veganerin. Aus „rein ethischen Gründen“ will sie auf diese Dinge verzichten. Sie lehnt es strikt ab, dass „Tiere der menschlichen Bequemlichkeit geopfert werden“. Es sei nicht notwendig. Tiere, sagt die 32-jährige Pädagogin, würden verwendet wie ein Industrieprodukt, ihr Leiden werde in Kauf genommen.

„Tiere sind keine Waren sondern Lebewesen“: der 26-jährige Philosoph Matthias Rude sieht, wie „der Zwang zur Naturbeherrschung zwangsläufig in der Barbarei endet“. Für die Tierbefreiungsbewegung ist die Art, „wie der Mensch die anderen Tiere behandelt, die blutigste und grausamste Herrschaft überhaupt“.

Der ethische Anspruch muss sich auch im Alltag bewähren. Sonja Gocke war bis vor einem Jahr nur Vegetarierin, jetzt hat sie gesehen: Veganisch leben geht. Den Blick auf ihre Lederstiefel kommentiert sie gelassen: „Das ist Kunstleder.“ Gabriele Busse trägt Goretex-Schuhe. Selbstverständlich, betonen sie, würden sie vorhandene Lederschuhe nicht wegwerfen, sondern aufbrauchen.

Von Verzicht als Lebensstil will Matthias Rude nicht sprechen, eher von Bereicherung und Genuss. Inzwischen gebe es vegane Spitzen-Restaurants. Ein veganer Speisezettel sei reichhaltig und eigenständig. Auch wenn viele Produkte Fleischspeisen – besonders in Asien – nachempfunden worden seien. „Manche Gemüse sehen ja aus wie Würste.“ Auch Gabriele Busse kocht manchmal „richtig gut“, bevorzugt thailändisch. Sie liebt Kokosmilch.

Politisch sind die Veganer in den Bereichen Tierschutz und Tierhaltung aktiv. Aber, sagt Gabriele Busse, „die Art des Konsums kann auch schon politisch sein“. Als Matthias Rude einen Film über das Schreddern von Küken gesehen hat, wurde ihm klar: Auch Tierhaltung tötet, und „das unterstütze ich nicht mit meinem Konsum.“ Um nicht auf den „vegetarischen Kompromiss“ (Sonja Gocke) angewiesen zu sein, fordert die 20-köpfige Tübinger Veganergruppe jetzt eine vegane Mensa: Ein veganer Lebensstil sei ethisch, ökologisch, gesundheitlich und global die Antwort auf viele Probleme.

Der Mensch ist kein Tier
Nicht nur Schockierendes über Tierhaltung gab‘s bei den Veganern, sondern auch rein pflanzliche Kostproben, Tiramisu ohne Sahne zum Beispiel. Bild: Faden

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02.11.2009, 12:00 Uhr
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