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Hollywoods Wandlungsfähigster

Der Brite Sir Anthony Hopkins wird 75 - Als nächstes spielt er Alfred Hitchcock und Ernest Hemingway

Das "Schweigen der Lämmer" machte ihn zum Star: Anthony Hopkins war darin Hannibal Lecter, der berühmteste Kino-Psychopath aller Zeiten.

31.12.2012
  • RUDOLF WORSCHECH, EPD

Für berühmte Köpfe hat Anthony Hopkins ein Faible. Als nächstes wird der britische Schauspieler, der am heutigen Silvestertag 75 Jahre alt wird, als Alfred Hitchcock in den Kinos zu sehen sein. "Hitchcock" von Sacha Gervasi läuft bei uns im Februar an, und Hopkins übernimmt perfekt die Selbstinszenierung des vielleicht berühmtesten Regisseurs der Welt.

Zuvor hat Hopkins, geboren am 31. Dezember 1937 in Wales in eine Bäckerfamilie, schon 1981 in dem TV-Movie "The Bunker" Adolf Hitler porträtiert. In "Mein Mann Picasso" (1996) von James Ivory war er mit grauem Haarkranz der berühmte Künstler, in Oliver Stones "Alexander" (2004) gab er den älteren Ptolemäus, und bald wird der Dichter Ernest Hemingway in einer Regiearbeit des Schauspielers Andy Garcia hinzukommen. Zweimal hat Hopkins amerikanische Präsidenten gespielt: John Quincy Adams in Steven Spielbergs "Amistad" (1997) und Nixon in Oliver Stones gleichnamigen Film (1995).

Beide Male war er dafür für den Oscar nominiert. Doch gewonnen hat er ihn für seine Verkörperung des berühmtesten Kino-Psychopathen, jenen wohlerzogenen, hochintelligenten und kunstsinnigen Psychologen Dr. Hannibal Lecter, der Chopin liebt und Essen - vor allem Menschenfleisch. Mit Hannibal "the Cannibal" in Jonathan Demmes Meisterwerk "Das Schweigen der Lämmer" wurde Anthony Hopkins 1991 endgültig zum Star. Sein Hannibal war ganz anders als die Serienkiller, die sonst die Leinwand bevölkerten, die aus Rache oder Leidenschaft mordeten. Man sieht es dem Gesicht von Anthony Hopkins an, wie sehr ihn die Niederungen des Menschlichen anekeln.

Eine Rolle wie Lecter - den er erneut im Sequel "Hannibal" (2001) und im Prequel "Roter Drache" (2002) verkörperte - kann auch ein Fluch sein: Die Figur, die ihn über Nacht bekanntmachte, verdeckt die vielen anderen, die Hopkins davor und danach noch spielte.

Er war auch zuvor ein wahrer Schauspieler, mit Bühnenerfahrung seit 1964 und Kinoauftritten seit 1966. In David Lynchs Klassiker "Der Elefantenmensch" (1980) etwa spielte er den Arzt eines durch eine unheilbare Krankheit entstellten Patienten. Hopkins ist aber ein zurückgenommener Schauspieler, kein "method actor", der für jede Gefühlsäußerung eine Geste oder ein Minenspiel suchen muss. Vielleicht ist ein Schauspieler wie er prädestiniert, melancholische, verschlossene und immer auch tragische Figuren zu verkörpern, die ihre Gefühle verdrängen. In James Ivorys "Auf Wiedersehen in Howards End" (1992) gab er einen stockkonservativen englischen Mittelständler, in "Was vom Tage übrig blieb" (1993), ebenfalls von Ivory, einen Butler, der sich bis zur Selbstaufgabe seinem Dienstherrn verschrieben hat. Und in Hopkins Verkörperung wurde selbst der machtsüchtige und autoritäre amerikanische Präsident Richard Nixon zu einer Figur mit tragischen Ausmaßen.

Doch manchmal bricht Hopkins, mit sichtlichem Spaß übrigens, auch aus den scheinbar zu ihm passenden Rollen aus. Den Vampirjäger Van Helsing in Coppolas "Bram Stokers Dracula" (1992) hat er mit sichtlicher Lust an einer Chargenrolle gegeben. Und auch vor Edeltrash wie dem Exorzismusdrama "Das Ritual" (2011) oder dem Superhelden-Film "Thor" (2011), in dem er den Gottvater Odin gibt, schreckt Hopkins nicht zurück.

Der Brite Sir Anthony Hopkins wird 75 - Als nächstes spielt er Alfred Hitchcock und Ernest
Sir Anthony Hopkins bei der Premiere von "Hitchcock" in London.

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31.12.2012, 12:00 Uhr

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