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Arne Gabius im falschen Lauf

Dem Tübinger fehlen knapp zwei Sekunden

Er fühlte sich bestens in Form und war sich sicher, das Olympia-Finale über 5000 Meter am Samstag zu erreichen: Doch der Tübinger Arne Gabius erwischte gestern den falschen, weil zu langsamen Vorlauf und schied als Siebter mit einer Zeit von 13:28,01 Minuten aus.

09.08.2012
  • bernhard schmidt

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London. Die Regelung, dass aus den beiden Vorläufen die fünf Erstplatzierten und weitere fünf Zeitschnellste ins Finale am Samstag kommen, musste Gabius als höchst ungerecht empfinden. Denn die fünf Zeitschnellsten kamen allesamt aus dem viel flotteren zweiten Vorlauf mit dem Wahl-Tübinger Bernard Lagat (als Vierter in 13:15,45 Minuten fürs Finale qualifiziert).

„Das war der schnellste je bei Olympia gelaufene Vorlauf“, nahm der 31-jährige Tübinger nach der halbstündigen Wartezeit frustriert zur Kenntnis. Letztlich hatten ihm als Siebter des ersten Vorlaufs nur zwei Sekunden auf Platz fünf und fürs Finale gefehlt. Nach 13:28,01 Minuten war er im Ziel. Zum Vergleich: Mit einer Bestzeit von 13:13,43 Minuten hatte er Anfang Juni die Qualifikation für London geschafft.

Im ersten Vorlauf hielten zunächst die Afrikaner das Tempo hoch, Gabius hielt sich im hinteren Drittel der nach und nach auf 15 Läufer sich reduzierenden Gruppe. Die erste 1000 Meter-Durchgangszeit von 2:50 Minuten zeugte von einem flotten, aber nicht rekordverdächtigen Tempo. Zu Beginn des letzten Kilometers drückten der spätere Sieger Hayle Ibramovic, ein aus Äthiopien stammender Aserbaidschaner, und die beiden Kenianer Isiah Koech und Edwin Soi aufs Gas. Gabius musste als Letzter der Spitzengruppe abreißen lassen. „Ich konnte das Tempo nicht mitgehen“, räumte Gabius ein, „da fehlten mir ganz schnell zwei bis drei Sekunden.“

Die letzte Runde absolvierte der Tübinger im Sprinttempo und sammelte letztlich auch noch einige Konkurrenten wie den Japaner Yuki Sato oder den Franzosen Hasan Hirt ein. Das Loch zum fünften Platz war indes schon zu groß geworden. „Hätten die da vorne den Spurt eine Runde später angezogen“, blickt Gabius zurück, „dann hätte ich mich an der Gruppe festbeißen können.“ Überhaupt: Gabius ist sich ziemlich sicher, dass er im zweiten Lauf das hohe, aber gleichmäßige Tempo hätte mitgehen können. „Ich hatte einfach Pech mit der Auslosung“, sagte der Vize-Europameister von Helsinki.

Gleich nach dem Zieldurchlauf und noch vor dem Start des zweiten Laufs war Gabius klar: Das wird fürs Finale nicht reichen. Am Morgen hatte schon der Läufer-Kollege Bernard Lagat geunkt: „Das Finale ist nur über die Platzierung zu erreichen.“

Daran hielt sich der für die USA startende Wahl-Tübinger und gebürtige Kenianer und ließ im zweiten Lauf nichts anbrennen. Der 37-Jährige lief durchweg in der Spitzengruppe mit und schaffte als Viertplatzierter den Sprung ins Finale. Für ein höllisches Anfangstempo sorgte in Lagats Lauf der Australier Craig Mottram, der am Ende allerdings nach hinten durchgereicht wurde. Und schon nach dem ersten Kilometer waren die Spitzenläufer des zweiten zehn Sekunden schneller als jene des ersten Laufs. Im letzten Rennabschnitt hielten dann die Afrikaner das Tempo gnadenlos hoch. Eine Zeit von 13:21,21 Minuten, sieben Sekunde schneller als Gabius, lief selbst noch der Zehnte, Mumin Gala aus Dschibuti.

Trotz der verpassten Finalteilnahme – das Erlebnis Olympia kann Gabius keiner mehr nehmen. „Mit Mo Farah in einem Lauf – da war die Stimmung im Stadion natürlich bombastisch“, erzählte Gabius. Trost wird er finden bei seiner Freundin, mit der er zusammen noch einige Tage die britische Hauptstadt erkunden will. Der Frust sitzt tief – und so weiß er auch noch nicht, ob er sich das 5000 Meter-Finale am Samstag anschauen soll. Was er eigentlich drauf hat, will er zum Saisonabschluss bei zwei hochkarätigen Meetings unter Beweis stellen: am 17. August in Stockholm und zwei Wochen später in Zürich.

Dem Tübinger fehlen knapp zwei Sekunden
Alles gegeben und trotzdem das große Ziel verpasst: Schon bevor der zweite Vorlauf über 5000 Meter gestartet war, ahnte Arne Gabius, dass es mit dem Olympia-Finale am Samstag wohl nichts werden würde. Bild: dpa

Das Bedauern im Freundes- und Bekanntenkreis von Vize-Europameister Arne Gabius über das verpasste Finale ist groß. Er sei zu defensiv gewesen, habe vielleicht zu früh den Kontakt zur Spitze abreißen lassen, sagt Werner Bauknecht, der Läufer-Senior der LAV Stadtwerke Tübingen: „Ich hätte ihn lieber im Feld gesehen als am Ende der Spitzengruppe. Dass es mit dem Finale nicht geklappt hat, tut mir echt leid für ihn.“
Auch wenn er das Finale nicht erreicht habe, sei der Verein stolz, dass er einen derart starken Läufer in London am Start gehabt habe, sagt Eugen Höschele, der Vorsitzende der LAV Stadtwerke Tübingen. Nur weil er das Finale nicht erreicht habe, ginge die Welt nicht gleich unter: „Er ist erst 31 Jahre alt und kann sich noch auf vielen internationalen Wettkämpfen beweisen. Der Verein wird ihm weiter den Rücken frei halten.“
„Als Teamkollege habe ich ihm natürlich besonders die Daumen gedrückt“, sagt LAV- Hürdensprinter Gregor Traber, der letztlich wegen einer Fersenverletzung, erlitten beim Sturz im DM-Finale, in London nicht am Start war. Mit Wehmut habe er übrigens die Vorläufe über 110 Meter Hürden angeschaut und sich über das frühe Ausscheiden der Deutschen gewundert. „Ich hätte mir in London durchaus was ausrechnen können.“

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09.08.2012, 12:00 Uhr
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