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De martes a martes

De martes a martes

Ein gutmütiger argentinischer Fabrikarbeiter träumt vom eigenen Fitnessstudio und gerät dadurch auf moralische Abwege.

Argentinien

Regie: Gustavo Fernández Triviño
Mit: Alejandro Awada, Pablo Pinto, Malena Sánchez

- ab 0 Jahren

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22.03.2014
  • von Klaus-Peter Eichele

Man muss sich Juan, den Helden des argentinischen Films, wie Wladimir Klitschko mit dem Gemüt eines Kindes vorstellen. Täglich stemmt er Hanteln im Fitnessstudio, um seinen Körper noch ein bisschen bulliger zu machen. Hinter seinem Muskelpanzer ist der schüchterne und geistig nicht besonders helle Fabrikarbeiter jedoch ein rechtschaffener Kerl und liebevoller Ehemann, der keiner Fliege etwas zuleide tut.

Die Kombination aus Körpermasse und Sanftmut macht ihn allerdings zum idealen Opfer. Die Frauen kichern hinter seinem Rücken, bei der Arbeit in einer Wäscherei wird er von Kollegen und Vorgesetzten gehänselt – was er mit stoischem Gleichmut erträgt. Nur einmal schlägt Juan einem jungen Schnösel, der ihn bei seinem Türsteher-Zweitjob verhöhnt, die Nase blutig, aber das entpuppt sich sogleich als Ausgeburt seiner Fantasie.

Den halben Film lang protokolliert Regisseur Gustavo Fernandez Triviño den gleichförmigen Alltag seines Protagonisten, der moralisch integer sein wenig ersprießliches Leben meistert. Doch dann verliert dieser sympathische Koloss auf einen Schlag seine Unschuld. Eines Nachts beobachtet er, wie in seinem Viertel eine Frau vergewaltigt wird – und greift nicht ein. Stattdessen beschließt er, aus der Gewalttat Kapital zu schlagen. Wenn er den Täter erpresst, so sein Kalkül, könnte er endlich seinen großen Traum vom eigenen Fitnessstudio verwirklichen.

Aus der (Charakter-)Frage, ob Juan wirklich so abgefeimt ist, ein Verbrechen zum eigenen Vorteil zu vertuschen, zieht der Film immense Spannung. Daneben dokumentiert Triviño gut Brechtisch, wie schwer es ist, ein guter Mensch zu bleiben, wenn man jeden Peso zweimal umdrehen muss. Der finale Kniff, Fressen und Moral doch noch miteinander zu versöhnen, ist dann allerdings eher Hollywood.

Beeindruckende Kombination aus Krimi, Charakter- und Milieustudie, vorzüglich gefilmt und gespielt.

Spielplan

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22.03.2014, 12:00 Uhr | geändert: 16.04.2014, 12:00 Uhr

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Der Film ist schrecklich langweilig. Keine interessaante Beziehung, kein Witz, keine Überraschung, eine Rachegeschichte wie in einem Karatefilm und ein Werkzeugfetischismus wie in der VW-Werbung. Alles mausetot mit toller Technik. Kauft euch den Disneyfilm von 1967, der hat alles, was diesem fehlt. 
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