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Feuilleton

David Garrett lockt, rockt und charmiert

David Garrett meint es ernst mit dem Begriff "Crossover". Der Star-Geiger rockte und charmierte in Stuttgart mit Orchester und Band.

09.11.2010
  • SWP

Stuttgart Virtuos saust einem Isaac Albeniz Gitarren-Kabinettstückchen "Asturias" ins Ohr. Nur, dass hier kein Gitarrero seine Kunst zelebriert, sondern ein Geiger. Das heißt: Gitarren sind schon am Werk, aber sie röhren den Kontrapunkt.

Und was ist nur mit den "Winter"-Violinenläufen los? Das ist doch ein Groove von U2, in den sie übergehen! Genau, David Garrett hat das Arrangement schließlich "Vivaldi meets Vertigo" genannt. Wenn der Star-Geiger mit der Neuen Philharmonie Frankfurt und Rockband loszieht, da meint er es - jenseits aller Marketing-Maschen - durchaus ernst. Freilich spaßig-ernst.

Mal ist der 30-jährige Deutsch-Amerikaner auf Klassik-Tour unterwegs, jetzt eben wieder in Sachen Crossover. Sein aktuelles Album heißt "Rock Symphonies", damit und mit Nummern aus der Vorgänger-CD "Encore" rockte er nun die Stuttgarter Schleyer-Halle. Nebenan im Stadion haute der VfB den Bremern sechs Stück rein, doch Garrett hat längst überall Heimspiel.

Wenn der Sympathieträger dabei auch nicht nur Treffer landet. So geht er den Led-Zeppelin-Abräumer "Kashmir" gleich mit derartigem Stehgeiger-Schmelz an, als ob dieser Ort irgendwo in Südosteuropa liegt. "Rockin all over the world" kommt etwas hüftlahm daher, und (nicht nur) bei "Zorbas Tanz" ist die Abmischung mit mal schrillen, mal dumpfen Klängen verbesserungswürdig.

Dafür geht er Nirvanas "Feels like teen spirit" schön rau an, die Akustik-Fassung von "Smooth criminal" ist richtig fetzig und Metallicas "Master of puppets" kernig. Seine Eigenkompositionen - wie der schauderhaft schmalzige Powerballaden-Aufguss "80s Anthem" - verzeiht man ihm dann schon mal.

Falsche Scheu zeigt Garrett bei dem Konzept eh nicht: So wirft er nicht nur Rock-Klassiker ins Band-plus-Orchester-Soundbad, sondern auch "den echten Rockstar Ludwig van Beethoven" und Bachs Toccata. Dass er stets technisch überzeugend spielt, zudem nett rüberkommt, klasse aussieht und wohldosiert eitel wirkt, hilft zudem.

Ein unterhaltsamer Abend, wozu auch Garretts anekdotische Moderation beiträgt. Jubel in der ausverkauften Schleyerhalle. abo

David Garrett lockt, rockt und charmiert
David Garrett mischt Beethoven mit Metallica. Foto: dapd

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09.11.2010, 12:00 Uhr
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