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Das große Aufräumen
Einen Tag nach Xavier machten Zugausfälle den Reisenden das Leben schwer. Nicht nur am Berliner Hauptbahnhof (Foto) gab es lange Schlangen. Foto: dpa
Unwetter

Das große Aufräumen

Stromausfälle, gesperrte Straßen, gestrichene Flüge – und vor allem massive Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Sturm „Xavier“ hinterlässt im Norden und Osten Deutschlands Chaos.

07.10.2017
  • DPA

Berlin. Das große Aufräumen nach dem verheerenden Sturmtief „Xavier“ dauert in den betroffenen Regionen Deutschlands an. Vor allem der Bahnverkehr war auch gestern noch erheblich eingeschränkt. Es werde mit Hochdruck geräumt, sagte Bahnsprecher Achim Stauß dem Fernsehsender Phoenix. „Die Schäden sind doch recht groß.“

Auf einigen Routen sei gestern kein Zugverkehr möglich gewesen, teilte die Deutsche Bahn am Nachmittag mit. Das betreffe die Strecken von Berlin nach Hannover, von Berlin nach Hamburg und von Hamburg in das Ruhrgebiet. Der Flugverkehr an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel hatte sich im Laufe des Tages weitgehend normalisiert.

„Xavier“ war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) einer der schlimmsten Stürme der vergangenen Jahrzehnte. Er war am Donnerstag vor allem über den Norden und Osten Deutschlands hinweggefegt. In Brandenburg stürmte er mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 122 Stundenkilometern am heftigsten. Besonders schwer betroffen waren auch Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Sieben Menschen starben, darunter auch die Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel.

Trotz der schweren Verwüstungen sei „Xavier“ kein besonders außergewöhnlicher Sturm gewesen. „Sturm- und Orkantiefs gehören zum Herbst, und es muss immer wieder mit ihnen gerechnet werden“, erklärte DWD-Meteorologin Tanja Dressel. Bemerkenswert sei in diesem Fall, dass der Sturm ein „Schnellläufer“ war, der sich sehr rasch innerhalb weniger Stunden weiterbewegt hat, vom Nordwesten bis nach Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im Osten.

Für die nächsten Tage rechnen die Meteorologen mit anhaltend ungemütlichem Wetter. In der Nähe der Küsten und auf den Bergen kann der Wind in Böen wieder Sturmstärke erreichen. Am Sonntag erwarten die Fachleute vor allem im Süden bedeckten Himmel und immer wieder Regen.

Die Bundesregierung würdigte gestern den großen Einsatz der Rettungskräfte. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer dankte in Berlin allen, „die in den Stunden des Orkans hart daran gearbeitet haben, die Verkehrsverbindungen aufrecht zu erhalten und Menschen zu helfen, die in Not geraten sind“. Betroffen äußerte sie sich über die hohe Zahl der Todesopfer: „Natürlich denken wir in diesen Stunden an die sieben Menschen, die auf tragische Weise in dem Orkan ihr Leben verloren haben, und an die Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.“

Besonders schwer kämpfte die Bahn gestern mit den Folgen des Sturms. Umgestürzte Bäume und zerstörte Oberleitungen sorgten vor allem in Fernverkehr den ganzen Tag für Zugausfälle und Verspätungen. Tausende Reisende strandeten an den Bahnhöfen.

In Mecklenburg-Vorpommern waren gestern Nachmittag noch 4000 Kunden ohne Strom. Es seien zum Teil sehr große Bäume auf die Leitungen gefallen, sagte eine Sprecherin des Energieversorgers Wemag. Die atemberaubende Landung eines von Sturmböen geschüttelten Riesenfliegers A380 in Düsseldorf ist zu einem Videohit im Internet geworden. Nach dem Aufsetzen auf den Boden schlingerte das größte Passagierflugzeug der Welt deutlich sichtbar auf der Landebahn. Das von einem Planespotter aufgenommene Video wurde im Internet bislang mehr als eine Million Mal aufgerufen. dpa

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07.10.2017, 06:00 Uhr
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