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Das Universum birgt noch viele Rätsel
Thomas Reiter verweist auf neue Ziele der internationalen Raumfahrt. Foto: Ferdinando Iannone
Astronomie

Das Universum birgt noch viele Rätsel

Die Raumfahrtelite diskutiert in Stuttgart über anstehende Missionen ins All.

08.11.2017
  • BARBARA WOLLNY

Stuttgart. Im Haus der Wirtschaft traf sich am Dienstag die internationale Raumfahrtelite wie der Apollo-Astronaut und Mondbesucher Charles Duke sowie Thomas Reiter, der sowohl in der Mir wie auch in der Internationalen Raumstation (ISS) war. Intensiv diskutierte Themen der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) waren neue Ziele im All und die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

Wobei man doch besser nicht von bemannter, sondern von astronautischer Raumfahrt sprechen sollte, fordert Reinhold Ewald, 1997 an Bord des Raumschiffs Sojus 25 und heute Professor am Institut für Raumfahrtsysteme der Uni Stuttgart. Schließlich seien von den 540 Personen, die bereits im All waren, nur 70 bis 80 Frauen. „Es dürften also ruhig noch mehr Astronautinnen werden.“ So wie Samantha Cristoforetti – sie ist in Italien ein Superstar. Die Astronautin und Kampfpilotin war 2014 über 195 Tage auf der ISS und ist damit Rekordhalterin für Langzeitflüge von Frauen. Sie macht sich für eine dauerhafte Forschungsstation auf dem Mond stark.

Reiter betonte die Wichtigkeit neuer Forschungsprojekte wie der geplanten „Deep Space Gateway“ genannten Raumstation, die als Zwischenstation für bemannte Fahrten zum Mond oder Mars dienen könnte. Die Frage, ob Kometen für das Leben auf der Erde verantwortlich sein können oder selbst Leben beheimaten, konnte auch die Reise der Sonde Rosetta zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko nicht beantworten. „Es sind noch sehr viele Rätsel des Universums zu entschlüsseln“, erklärt Ewald. „Wir kennen bisher höchstens fünf Prozent, alles andere ist geheimnisvolle dunkle Materie. So lange wir keine Spuren von anderem Leben gefunden haben, ist das ein Beweis dagegen.“

Sorgt sich Ewald, dass die derzeitige politische Lage die Forschungsarbeiten stören? Nein, zeigt sich der in Russland ausgebildete Astronaut überzeugt. „Die gute Nachricht ist: Selbst wenn auf der Erde zwischen den Ländern Eiszeit herrscht, arbeiten wir in der Raumfahrt nach Plan zusammen. Wir wissen, große Ziele werden nur gemeinsam erreicht.“ Barbara Wollny

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08.11.2017, 06:00 Uhr
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