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Im letzten Rennen für die LAV siegt Clemens Bleistein

Das Triple ist geschafft

Vor drei Jahren war er der jüngste Nikolauslauf-Sieger, gestern machte Clemens Bleistein von der LAV Stadtwerke Tübingen das Triple perfekt. Über 3000 Läufer/innen hatten gemeldet, gut 2300 sahen trotz schwieriger Bedingungen mit Frost und Schneetreiben nach 21 Kilometern das Ziel in der Waldhäuser Straße.

10.12.2012
  • von bernhard schmidt

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Tübingen. Die Strecken-Crew um Norbert Wellhäuser, Helmut Becker und Peter Reif hatte am Samstag ganze Arbeit geleistet und mit Traktor und Schaufel an kritischen Stellen die Schleife im Tübinger Norden von einer etwa zehn Zentimeter dicken Schneedecke befreit. So waren die Läufer nach dem Zieldurchlauf durchweg voll des Lobes über die Organisatoren vom Post SV Tübingen.

Minus zehn Grad zeigte das Thermometer gestern Morgen, die Läufer verharrten möglichst lange in der warmen WHO-Sporthalle, bevor Vize-Europameister Arne Gabius mit der Startpistole die Läufer-Karawane um zehn Uhr in drei Wellen in den eisigen Wind schickte. In 34 Jahren habe er noch keinen so kalten Nikolauslauf erlebt, sagte Richard Rein. Der Nikolauslauf-Methusalem von der LG Steinlach kämpfte wie die anderen auch mit dem zeitweise wenig griffigen Geläuf und belegte in der Altersklasse in 1:45,18 Stunden den vierten Platz.

Vorne hatten auch die Spitzenläufer mit den zeitweise schneebedeckten Streckenabschnitten und den frostigen Temperaturen ihre liebe Not. Nachdem die Läuferhorde einmal drüber gelaufen war, bot vor allem der Anstieg den Bettelweg hinauf nicht mehr allzu viel Halt. „Es war noch schwieriger als vor zwei Jahren“, sagte der sichtlich ausgepumpte, aber glückliche Sieger Clemens Bleistein nach dem Zieldurchlauf, „es war nicht einfach und an manchen Stellen ganz schön sulzig.“ Bleistein hatte Schuhe mit einem etwas stärkeren Profil, Spikes hatte aber keiner der Top-Läufer an den Füßen.

Zusammen mit seinem Trainer Uli Böckle hatte sich Bleistein offensichtlich genau die richtige Renntaktik zurecht gelegt: Ruhig anlaufen, das eigene Tempo finden, nicht das Pulver zu früh verschießen. So hielt sich Bleistein anfangs zurück, lag beim ersten Durchlauf am Bettelweg noch hinter Felix Köhler (Bad Säckingen) und Vorjahressieger Timo Zeiler (LG Brandenkopf), beim nächsten Mal hatte er sich schon dicht hinter dem Führenden Köhler eingereiht. Nach 17 Kilometern schließlich zog Bleistein das Tempo an, sprengte die Spitzengruppe und brachte den Vorsprung sicher ins Ziel. Bleistein kam nach 1:13,15 Stunden an und war damit deutlich schneller als beim anderen Schnee-Rennen vor zwei Jahren (1:15,42). „Ich bin überglücklich. Den Nikolauslauf zum dritten Mal zu gewinnen ist schon eine ganz tolle Sache“, sagte der Sieger.

Das Triple ist geschafft
Auch nach dem anstrengenden Auf und Ab über 21 Kilometer hatte Sieger Clemens Bleistein noch die Kraft den Nikolaus huckepack zu nehmen. Unter dem Nikolaus-Häs verbirgt sich übrigens LAV-Mittelstreckler und -Trainer Gunnar Erz. Bild: Ulmer

Ungefähr eine halbe Minute später kam Köhler ins Ziel (1:13,49), mit deutlichem Abstand folgte Boris Rein (Intersport Räpple) in der Zeit von 1:14,56 Stunden. Titelverteidiger Timo Zeiler kam auf Platz vier (1:17,12), Simon Friedrich (LAV), im vergangenen Jahr Zweiter, folgte nur wenige Sekunden dahinter (1:17,20). „Als Clemens davonzog, ist mir etwas die Kraft ausgegangen“, schildert der Zweite Köhler die vorentscheidende Szene. Halbmarathon-Novize Boris Rein, der Dritte, profitierte wie Sieger Bleistein von der defensiven Taktik: „In der zweiten Rennhälfte habe ich gemerkt, dass ich noch Reserven habe und konnte so noch ein paar Konkurrenten einsammeln.“

Die Veranstalter hatten letztlich Glück: Erst zum Ende des Rennens setzte in der Tübinger Nordstadt das große Schneetreiben ein. Doch schon während des Rennens zerrte ein kalter Nordwestwind an den Trikots der Läufer. Vor allem auf dem exponierten, baumlosen Alleenweg. Glücklicherweise hatten die Läufer auf diesem bolzgeraden Abschnitt den Wind im Rücken. Und wer das Ziel erreicht hatte, machte sich möglichst schnell auf den Weg unter die Dusche im nahen Nordbad. Wer zu lange im Zielraum stand, dem machte Ullrich Mohr Beine. „Da kann man sich nämlich richtig was einfangen“, warnte der Arzt.

Den 37. Tübinger Nikolauslauf beendeten 2315 Läufer/innen. Ins Ziel in der Waldhäuser Straße nach gut 21 Kilometern am Schönbuchrand kamen 1830 Männer, 485 Frauen und 21 Kinder. Der älteste Starter war 77, der jüngste 14 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Nikolaus-Läufer lag bei 40,8 Jahren. Die Mediziner und Not-Helfer entlang der Strecke verbrachten einen geruhsamen Sonntagvormittag. Es gab entgegen den Befürchtungen keine Stürze, nur ein kollabierter Läufer musste notversorgt werden. Diese Bilanz fand Eberhard Estler, einer der Ärzte an der Strecke, erstaunlich: „Schon vor zwei Jahren, als auch Schnee lag, hatten wir wenig Einsätze. Das Wetter hat offensichtlich einen günstigen Einfluss. Die Läufer sind bei diesem Bedingungen einfach vorsichtiger.“

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10.12.2012, 12:00 Uhr
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