Naturschutz

Das Braunkehlchen kam wieder

Von ing

Die Interessengemeinschaft Vogelschutz Hirrlingen baut bei der Biotopvernetzung mit Erfolg auf mehrjährige Ackerbrachen.

Das Braunkehlchen kam wieder

Fürs ungeübte Auge wirkt so eine Blühbrache etwas unaufgeräumt, aber sie ist ein wertvoller Lebensraum für viele Vögel und Insektenarten. Bild: IGV Hirrlingen

Der Umweltpreis der Stadtwerke Tübingen füllte im Dezember 2016 aufs Angenehmste die Kasse der Interessengemeinschaft Vogelschutz (IGV) Hirrlingen. Der Förderpreis für die „Biotopvernetzung Hirrlingen“war mit 5000 Euro verbunden. Davon, kündigten die Naturschützer an, werde der Verein Grundstücke für die Biotopvernetzung kaufen oder pachten, um darauf sogenannte Biotoptrittsteine für Tiere, Insekten und Pflanzen herzustellen. Ziel dabei ist es, die Artenvielfalt zu erhalten.

Wie IGV-Kassier Max Petersen dem TAGBLATT mitteilte, sind die 5000 Euro schon weg. Der Verein hat dafür eine Fläche gekauft, die jetzt in eine mehrjährige Ackerbrache umgewandelt wird. Solche Langzeitbrachen stellen der Flora und Fauna anders als einjährige Blühbrachen über mindestens fünf Jahre hinweg einen geeigneten Lebensraum zur Verfügung. Fünf Jahre deshalb, weil das die Laufzeit des Vertrags ist, mit dem Landwirtschaftsministerium in Stuttgart solche Landschaftspflegemaßnahmen durch Vereine, Landwirte, Landkreise oder Kommunen fördert.

Laut Kassier Petersen hat die IGV derzeit 15 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 6,5 Hektar in ihrem Biotopvernetzungs-Programm. Die meisten davon werden von Landwirten bewirtschaftet. Dass die bereits angelegten Brachen funktionieren, habe sich bei einer Besichtigung mit den beteiligten Bauern, Thorsten Teichert vom Verein Vielfalt und Bürgermeister Christoph Wild gezeigt. Die Brachen seien zwar „etwas gewöhnungsbedürftig“, weil sie bisweilen „etwas unaufgeräumt und verwildert“ aussähen, so die IGV. Jedoch: „Hier hat dieses Jahr wieder das Braunkehlchen nach jahrelanger Abwesenheit gebrütet.“

Anschließend habe sich bei einer Diskussion gezeigt, dass die Landwirte bereits jetzt auf eine möglichst umweltgerechte Bewirtschaftung ihrer Flächen achteten.

Thorsten Teichert habe den Landschaftspflegerichtlinien-Vertrag kurz erläutert und dabei betont, dass die Kommunikation zwischen Landwirten und Landratsamt eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Vertragserfüllung sei. Die IGV sei dabei nur Vermittler und Initiator. „Die weitere Zusammenarbeit von Landwirten, Gemeinde und Landratsamt regelt der Vertrag und wird von den Vertragspartnern vollzogen.“


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22.08.2017 - 01:00 Uhr