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USA

Dämpfer für Donald Trump

Die Demokraten gewinnen mehrere Kommunalwahlen deutlich. Der Präsident verspricht noch größere Siege der Republikaner.

09.11.2017
  • PETER DE THIER

Washington. Genau ein Jahr nach Donald Trumps Wahlerfolg haben der Präsident und die republikanischen Partei in mehreren Kommunal- und Gouverneurswahlen eine schwere Schlappe erlitten. Für die Demokraten hingegen sind Triumphe in Virginia und New Jersey ein bedeutender Etappensieg. Ziel der Demokraten ist es, bei der Kongresswahl 2018 in Senat und Repräsentantenhaus die Mehrheit zurückzuerobern. Trump, derzeit in Asien unterwegs, versprach angesichts der Niederlagen, dass „wir noch größere Siege feiern werden“.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Wahl in Virginia. Dort hatten sich der Kinderarzt und bisher stellvertretende Gouverneur Ralph Northam sowie der republikanische Lobbyist Ed Gillespie im Rennen um den Regierungssitz ein Kopf-an- Kopf-Rennen geliefert. Geprägt war der Wahlkampf von einem ungewöhnlich brutalen Schlagabtausch. Gillespie unterstützte Trumps Einwanderungspolitik, sein hartes Vorgehen bei der Verbrechensbekämpfung und zeigte Toleranz gegenüber Neonazis. Gleichwohl lud er den Präsidenten zu keiner einzigen Wahlkampfveranstaltung ein. Als Northam aufgrund der Hochrechnungen überraschend früh zum Sieger erklärt wurde, ging Trump auf Abstand zu dem gescheiterten Kandidaten. Gillespie habe „weder mich, noch das, wofür ich stehe, angenommen“, schrieb der Präsident auf Twitter.

Brutaler Schlagabtausch

Ein weiteres Signal für den politischen Stimmungswandel ist der sensationelle Erfolg der Transgender- Kandidatin Danica Roem. Sie konnte sich gegen einen erzkonservativen Mann behaupten, der sich selbst als „obersten Schwulenhasser“ beschrieb. Roem eroberte damit als erste Transgender einen Sitz in Virginias Staatsparlament.

Bei der Wahl in New Jersey hoffte die Republikanerin Kim Guadagno, die Nachfolge des unbeliebten Gouverneurs Chris Christie anzutreten, der sich vergangenes Jahr um die Präsidentschaft beworben hatte und nach seinem Ausscheiden zu den größten Unterstützern Trumps zählte. Guadagno unterlag deutlich gegen den Investmentbanker Phil Murphy, der von 2009 bis 2013 US-Botschafter in Berlin war.

Einen weiteren, wichtigen Sieg feierten die Demokraten in New York, wo der progressive Bürgermeister Bill de Blasio mit klarer Mehrheit im Amt bestätigt wurde. Unter dem Strich feierten die Demokraten einen Durchmarsch auf breiter Front und sehen nun voller Optimismus dem Wahljahr 2018 entgegen. Schließlich wird nun jeder republikanische Politiker, der sich hinter den Präsidenten stellt, um die eigene Wiederwahl bangen müssen. Der demokratische Kongressabgeordnete Gerry Connelly fasste auf Twitter die Gedanken vieler Parteifreunde zusammen: „Glückwunsch Donald, Du verdienst ein Denkmal.“ Peter De Thier

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09.11.2017, 06:00 Uhr
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