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Chocolat

Chocolat

In einem französischen Kaff zündet eine junge Frau (Juliette Binoche) mit ihrem Schoko-Laden einen erotischen Sprengsatz.

CHOCOLAT
USA

Regie: Lasse Hallström
Mit: Juliette Binoche, Alfred Molina, Johnny Depp

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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10.01.2002

"Ich will lieber einen Mann", krähte einst Trude Herr, als man sie mit Schokolade als Erotik-Ersatz abspeisen wollte. Dass aber Süßkram und Wollust auch trefflich harmonieren können, möchte dieser Film beweisen.

Lasse Hallström, der große Nostalgiker unter den Hollywood-Regisseuren ("Gottes Werk & Teufels Beitrag"), entführt uns dazu in die französische Provinz der fünfziger Jahre. Mit der Neueröffnung eines Pralinen-Geschäft zündet die alleinerziehende Mutter Juliette Binoche einen erotischen Sprengsatz, der die Dörfler über den Umweg der Gaumenfreude lehrt, was Leidenschaft ist. Und weil ausgelebte Sinnlichkeit bekanntlich Rebellion und Anarchie nach sich zieht, ist im Flecken alsbald der Teufel los. Juliettes Schoko-Laden fungiert als subversive Zelle der Unzufriedenen und Ausgestoßenen, während die um ihre Macht fürchtenden Großkopferten (Dorfadel, gehörnte Ehemänner) Front machen gegen die Libertinage.

Wäre der Film in den dreißiger Jahren entstanden, müsste man den Regisseur loben, wie mutig er den Zeigefinger gegen dörfliche Engstirnigkeit erhebt. Heutzutage wirkt das schlichte Lehrstückchen mit dem gutmenschlichen Kinderkirchen-Touch jedoch ausgesprochen albern.

Mehr nervig als originell ist auch die Akribie, mit der Hallström den plüschigen Muff alter französischer Provinzkomödien nachäfft. Am ärgerlichsten ist freilich, dass es in diesem Film keine Menschen gibt, sondern bloß Strohmänner holzschnittiger Drehbuch-Thesen. Besonders schlimm erwischt hat es Johnny Depp: Er muss einen melancholischen Vagabunden mimen, dessen Behausung - Sie ahnten es! - vom Dorfpöbel abgefackelt wird.

Wahrscheinlich war Hallström die Angelegenheit selbst ein bisschen peinlich, weshalb er sie bemüht augenzwinkernd als Märchen verkauft. Gewonnen ist dadurch nichts.

Die fadeste Versuchung seit es Schokoladenfilme gibt.

Spielplan

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10.01.2002, 12:00 Uhr | geändert: 27.11.2012, 12:00 Uhr

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08.12.2006

12:00 Uhr

slowfood schrieb:

mein immerwährender Lieblingsfilm! (trotz Kitsch!)



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Ein interessanter, sehr nüchtern und pragmatisch inszenierter Film über die ersten Vorkämpferinnen von Frauenrechten, speziell des Wahlrechts für Frauen. Ungeschönt wird die alltägliche Situation einfacher Wäscherinnen gezeigt (in der Familie und am Arbeitsplatz, wo sie auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind), die sich nach jahrelangem "Kampf" mit friedlichen Mitteln nicht mehr mit Worten abspeisen lassen wollen. An diese Pionierinnen, die alles riskiert haben, kann nicht oft genug erinnert werden. Vor allem, wenn man daran denkt, dass das allgemeine Wahlrecht für Frauen in der Schweiz 1971(!) eingeführt wurde und in Saudi-Arabien vor ca. 6 Wochen. .
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