Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Cäsar muss sterben

Cäsar muss sterben

Mit dem Goldenen Bär dekoriertes Doku-Drama über die Proben für ein Shakespeare-Stück in einem italienischen Hochsicherheits-Knast.

Jetzt im Kino: Shakespeare mit schweren Jungs - "Cäsar muss sterben"

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Jetzt im Kino: Shakespeare mit schweren Jungs - "Cäsar muss sterben" --

01:24 min

Cesare deve morire
Italien

Regie: Paolo Taviani, Vittorio Taviani
Mit: Salvatore Striano, Cosimo Rega, Giovanni Arcuri, Antonio Frasca

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
23.12.2012
  • Klaus-Peter Eichele

Die ganze Welt ist Bühne, heißt es bei Shakespeare, warum also nicht auch ein Gefängnis? In der römischen Strafanstalt Rebbibia, genauer: ihrem mit Mördern, Drogenhändlern und Mafiosi bestückten Hochsicherheitstrakt, hat das Theaterspiel sogar eine lange Tradition, die auch den italienischen Regie-Veteranen Paolo und Vittorio Taviani („Padre Padrone“) nicht verborgen geblieben ist. Ihr mit dem Goldenen Bären der Berlinale dekorierter Film zeichnet, vom ersten Vorsprechen bis zur triumphalen Aufführung, die Arbeit der Sträflinge an Shakespeares Drama „Julius Caesar“ nach – ohne deswegen im strengen Sinn ein Dokumentarfilm zu sein.

Nichts in „Cäsar muss sterben“ macht den Eindruck, als sei es spontan abgefilmt worden. Vielmehr wurde offenbar jede Szene vom Casting oder den Proben für den Film exakt einstudiert und visuell aufs Sorgfältigste komponiert. Die Korrekturen gehen sogar soweit, dass der phänomenale Brutus-Darsteller (Salvatore Striano), der schon vor Jahren entlassen worden ist, für den Dreh in den Knast zurückgeholt wurde. Offensichtlich hatten die beiden 81 und 83 Jahre alten Taviani-Brüder wenig Interesse daran, dieses ganz konkrete Projekt der Gefängnis-Sozialarbeit wahrheitsgetreu zu begleiten. Eher ist ihr Film ein universelles Loblied auf die Kunst, die, wenn man sie lässt, auch in der kleinsten Hütte oder Gefängniszelle gedeihen kann.

Folgerichtig fügen sich die Probenszenen nach und nach zu einer Verfilmung des Stücks an sich mit der gesamten Knastraum – der umzäunte Hof, die Zellen und Aufenthaltsräume – als Bühne. Selbst Wärter und unbeteiligte Mitgefangene werden als „Volk“ zwanglos in die Inszenierung einbezogen. Irgendwann fällt kaum noch auf, dass hier nicht Marlon Brando oder Charlton Heston die Hauptrollen spielen.

Aber es gibt auch Unterschiede zu Hollywood und zum Staatstheater. Wenn sich schwere Jungs bei der Rollenarbeit von Situationen aus ihrem kriminellen Vorleben (und dem Gefängnisalltag) inspirieren lassen, kommt eben etwas anderes, womöglich aufregenderes zum Vorschein als bei Berufsschauspielern aus dem gut bürgerlichen Biotop.

Dieses Knastprojekt setzt sich mit an die Spitze der Shakespeare-Verfilmungen.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.12.2012, 12:00 Uhr | geändert: 10.01.2013, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuletzt kommentiert
Hm, der Film lässt eher kalt, eine Mischung aus zu gewollt und zu distanziert. Das Zielpublikum sind eher die Brexit-Briten die historisch-verquast von Nolan vermittelt bekommen sollen dass mit einer stiff upper lip und nationaler Einheit eine Schlacht zwar verloren gehen kann, der Krieg aber gewonnen wird. Am Ende sind alle Helden. Rule Britannia, we'll be back.
Bob über Dunkirk
Open Air Kinos in der Region
Sommernachtskino

Großes Kino unterm Sternenhimmel: Hier erfahren Sie, welche Filme diesen Sommer open air zu sehen sind. Und Sie können mitbestimmen, welches der TAGBLATT-Wunschfilm beim Tübinger Sommernachtskino 2017 wird.
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934166
wip@tagblatt.de

Zum Kontaktformular