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Königin Olga und Risotto vom OB

Bunt und spannend: Lange Nacht der Museen mit fast 100 Stationen

Risotto vom OB und ein Hofknicks vor der Königin: 24 000 Besucher gingen bei der Langen Nacht der Museen auf Entdeckungstour zu Kunst, Kultur und Party. Sie wurde lang, bunt und spannend.

18.03.2013
  • MATHIAS KUHN

Stuttgart Fast hundert Museen, Galerien und Einrichtungen lockten Nachtschwärmer zur Entdeckungsreise. Vor dem Rathaus-Bunker, im Neckarhafen und im Alten Schloss bildeten sich Warteschlangen.

Für den sechsjährigen Stefan aus Weilimdorf und seine Eltern begann die Lange Museennacht bereits um 16 Uhr. Sie nutzten das spezielle Kinderprogramm. Für den Nachwuchs öffneten einige Museen drei Stunden früher und boten kindgerechte Mitmachprogramme. Nachdem der junge Stefan sich zuerst auf geheimnisvolle Spurensuche im Haus der Geschichte begeben hatte, wird er auch auf seiner zweiten Station von einem mystisch-netten Wesen begrüßt. Schlossgespenst Hugo geistert "ausnahmsweise bereits am frühen Abend" durchs Schloss. Die Nachwuchsforscher tauchen in die Welt der Kelten ein: Sie fertigten Goldschmuck an, lernen eine Pfostenschlitzmauer aufzubauen, "schmieden" Metall und beobachten, wie Experten alte Kunstwerke restaurieren. Erlebte Kulturgeschichte in 90 Minuten, noch ein Erinnerungsfoto im selbstgebastelten Keltenhut mit Hugo und schon drängt die Zeit.

Kurz vor 19 Uhr: Vor dem Alten Schloss stehen die Erwachsenen Schlange. Sie wollen auch die Landesschätze sehen und erste Einblicke in die Zarenausstellung erhalten, die von Oktober an angeboten wird. Die stündlichen Führungen sind flugs ausgebucht. Dafür gibt sich eine Nachfahrin der Romanows die Ehre. "Königin Olga" promeniert durch "ihre" Schlossräume. Manch junge Württembergerin macht einen Hofknicks, Stefans Vater drängt zum Aufbruch ins Rathaus. Dort ist eine italienische Nacht angesagt.

Das italienische Kulturinstitut präsentiert Kunst und Kultur aus der Region Friaul: Dolce Vita statt Diskussionen. Zeitgenössische Kunst, Liebeslieder und natürlich Kochkultur. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn steht selbst am Herd. Kochshow mit OB und Meisterkoch Ranieri Borgnolo aus Friaul. Die Beiden bereiten Risotto mit Radiccio und Salsiccia, einer groben Bratwurst zu - etwa 200 Zuschauern läuft das Wasser im Mund zusammen. "Des schmeckt wesentlich besser, als es aussieht", urteilt ein Schwabe über den bräunlichen "Reisbrei" und holt beim Stadtoberhaupt Nachschlag.

Ein Spaziergang tut gut. Auf dem Marktplatz bildet sich eine rund 300 Meter lange Warteschlange. Die Wartenden wollen dorthin, wo vor 70 Jahren Stuttgarter Schutz suchten: in den Bunker. Ein wenig kürzer ist die Wartezeit am Neuen Schloss. Rund 100 Eigentümer von Oldtimern sind dort auf Stippvisite. Der Württembergische Automobilklub und der Allgemeine Schnauferl Club haben das "Rollende Museum" aus der Taufe gehoben. Ihre Mitglieder bieten den Nachtschwärmern eine Mitfahrgelegenheit: Vom Neuen Schloss im Ford A von 1928, im Daimler-Pullmann oder im Buick aus dem Jahr 1931 zum Mercedes-Benz-Museum? Moderator Rainer Klink hatte keine Probleme, feierlich angezogenen Damen eine Fahrt im "offenen" Porsche und einem Hünen ein Trip im kleinen Fiat 500 aus den 60er-Jahren schmackhaft zu machen.

Die meisten Museengäste nutzen zeitgemäße Verkehrsmittel: Die SSB-Sonderbusse, die vom Karlsplatz in verschiedene Richtungen rollten. "Tour Hafen" ist beliebt. Übers Schweinemuseum gehts an den Neckar. Die Fassaden der Silos leuchten in bunten Farben, die Container am Terminal werden für den Illusionist Topas zur Leinwand-Kulisse für eine faszinierende Hafenshow, die viele Besucher vom Schiff aus erleben.

Wers besinnlicher liebt, fährt eine Station weiter: In der Untertürkheimer Stadtkirche erklärt Peter Vetter die HAP Grieshaber-Wand und den Beinkeller, Wein-Interessierte besichtigen den Keller des Collegiums Wirtemberg und lauschen im Sektkeller der Weinmanufaktur den Gospelklängen von Jimmy Love mit seinem Chor. Während reine Museumsfans gegen Mitternacht die Heimreise antreten, geht für Jüngere die Party erst richtig los. Im Mercedes-Benz-Museum wird den Disco-Gängern mit fetziger Musik eingeheizt.

Im Alten Schloss räumen derweil die Nachfahren von Königin Olga auf: Die Berliner Partyband RotFront rocken mit einer Mischung aus Klezmer, Reggae und Polka das Schloss.

Bunt und spannend: Lange Nacht der Museen mit fast 100 Stationen
Stars bei der Langen Nacht der Museen: Mitglieder des Württembergischen Automobilklubs boten den Besuchern eine einzigartige Mitfahrgelegenheit in ihren rollenden Oldtimern (links). Oberbürgermeister Fritz Kuhn und der italienische Koch Ranieri Borgnolo bereiteten den Rathaus-Besuchern eine Risotto zu (rechts). Foto: Rosar/ Kuhn

Bunt und spannend: Lange Nacht der Museen mit fast 100 Stationen

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18.03.2013, 12:00 Uhr
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