Klimafolgen

Bund und Firmen helfen Armen

Von ROLF OBERTREIS

Kooperation soll bewirken, dass Bürger in Entwicklungsländern im Fall von Katastrophen zumindest versichert sind.

Frankfurt. Die jüngsten Hurrikane haben nicht nur den Süden der USA getroffen, sie haben zu schweren Schäden auf Inselstaaten in der Karibik geführt. In Indien, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka hat der Monsun schlimme Zerstörungen hinterlassen. Ohnehin arme Menschen haben ihre Hütten und Häuser verloren, Bauern ihre Ernte.

Während sich Menschen in den Industrieländern gegen Unwetter und damit Folgen des Klimawandels versichern können, gibt es diesen Weg in armen Ländern bislang nur vereinzelt. Beim Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten im Sommer 2015 wurde auf Initiative der Bundesregierung beschlossen, Versicherungskonzepte für Folgen und Risiken des Klimawandels zu entwickeln, um so bis 2020 rund 400 Millionen arme Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika mehr Sicherheit zu geben. Dabei soll der Privatsektor helfen. Dazu dient der InsuResilience Solutions Fund (ISF). Dafür stellt Berlin jetzt 15 Mio. EUR bereit. Die bundeseigene KfW-Entwicklungsbank soll sich mit dem Privatsektor um neue und zusätzliche Produkte kümmern.

Bedarfslücken schließen

Der auf fünf Jahre angelegte ISF ist auch Thema der Weltklimakonferenz, die derzeit in Bonn stattfindet. Mit dem Fonds würden zum ersten Mal Privatwirtschaft, Wissenschaft und Entwicklungsländer zusammen gebracht, um Versicherungs- und Finanzierungslösungen für die Menschen in den armen Länder zu entwickeln, betont BMZ-Staatssekretär Thomas Silberhorn. So könnten wichtige Bedarfslücken geschlossen werden, ergänzt Joachim Nagel, Chef der KfW-Entwicklungsbank. Mittlerweile engagieren sich auch Rückversicherer wie die Munich Re, die Hannover Re und Swiss Re. Die Münchner haben die Munich Climate Insurance Initiative auf den Weg gebracht. Sie will mit Versicherungen vom Klimawandel besonders gefährdete und verletzliche Personen unterstützen.

Die KfW hat mittlerweile im Auftrag der Bundesregierung mehrere Projekte für Klimarisikoversicherungen auf den Weg gebracht, mit einem Volumen von insgesamt mehr als 200 Mio. EUR. Auch bei der GIZ laufen diverse Vorhaben, nach Angaben von Vorstandssprecherin Tanja Gönner unter anderem in Vietnam und Ghana. Rolf Obertreis


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08.11.2017 - 06:00 Uhr