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Gewerbeflächen sind gefragt

Büromarktbericht 2012/2013: Leerstand auf Zehn-Jahres-Tief

Büroflächen in der Stuttgarter Innenstadt sind weiterhin sehr gefragt. Um der Nachfrage in Zukunft besser gerecht zu werden, plant die Stadt Stuttgart den Kauf weiterer Gewerbegrundstücke.

26.02.2013
  • von JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart "Auch in konjunkturell angespannten Phasen ist Stuttgart ein verlässlicher Standort für den Büromarkt", sagte Ines Aufrecht, die Wirtschaftsförderin der Stadt Stuttgart, bei der Vorstellung des Büromarktberichts 2012/2013. Stuttgart sei eine Stadt mit einem stabilen und gesunden Wachstum. "Und ich will, dass das so bleibt", betonte Aufrecht.

Dazu müsse man der Wirtschaft ausreichend Flächen zur Verfügung stellen. Dies könne einerseits durch die Erweiterung und Nachverdichtung bestehender Gewerbeflächen gelingen, zum anderen will die Wirtschaftsförderung künftig verstärkt gewerbliche Grundstücke aus privater Hand beschaffen. Schließlich hat die Stadt für Unternehmen, die größere Flächen anmieten oder bauen wollen, kaum Grundstücke vorrätig.

Angekauft werden sollen deshalb sowohl Baulücken als auch überschüssige Vorratsflächen einzelner Firmen. Zudem könnten bislang ungenutzte Flächen in den Gewerbegebieten Fasanenhof und Weilimdorf angekauft werden. "Das prüfen wir so intensiv wie noch nie", so Aufrecht. Andererseits dürfe die Stadt nicht noch mehr Gewerbeflächen in Wohngebiete umwandeln.

Für die Firmen werde die Standortfrage immer wichtiger. Gerade dann, wenn es um die Anwerbung von qualifiziertem Personal gehe. "Wir brauchen in Stuttgart hochattraktive Standorte, die verkehrlich gut angebunden sind, nahegelegene Sport- und Einkaufsmöglichkeiten sowie eine hohe Aufenthaltsqualität bieten", hob Aufrecht den Aspekt der urbanen Infrastruktur hervor.

Ein Paradebeispiel für ein solches Gewerbegebiet stelle das Step in Vaihingen dar. Es weise den geringsten Büroleerstand in ganz Stuttgart auf und gelte als "Blaupause" für andere Gewerbegebiete, so Aufrecht. Es zeige sich zudem, dass Gewerbeflächen, die energieeffizient und nachhaltig sind, den Markt dominieren, so wie beispielsweise im neuen Stadtquartier Killesberghöhe. Man sei deshalb bereits dabei, ein neues Energiekonzept für den Gewerbestandort Weilimdorf auszuarbeiten.

Laut dem gemeinsam mit dem Bankhaus Ellwanger & Geiger erstellten Marktbericht wurden im Jahr 2012 in Stuttgart 191 500 Quadratmeter an Büroflächen vermietet - deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als mit 285 000 Quadratmetern ein Rekordwert erreicht wurde. Auch das Volumen neu erstellter Büros sank im gleichen Zeitraum von fast 46 000 auf 37 000 Quadratmeter. Dennoch sprach Björn Holzwarth von Ellwanger & Geiger von einem "erfolgreichen Jahr". Der Markt sei gesund, das Volumen der Bürovermietungen liege weiter deutlich über dem langjährigen Durchschnitt und auch bei Investoren sei Stuttgart sehr gefragt. Bemerkenswert sei vor allem der geringe Büroleerstand in der Stadt.

So sank der Anteil ungenutzter Büros in Stuttgart laut Marktbericht auf ein Zehn-Jahres-Tief von 5,4 Prozent. Dies sei vor allem der Innenstadt geschuldet, wo Büroflächen weiterhin stark nachgefragt sind, so Ulrich Nestel von Ellwanger & Geiger. In den Außenbezirken habe man dagegen Rückgänge verzeichnet, mit Ausnahme von Degerloch.

Die Durchschnittsmiete lag zum Stichtag am 31. Dezember 2012 stadtweit bei 12,40 Euro pro Quadratmeter und damit 80 Cent über dem Vorjahreswert. In der City stieg sie um 20 Cent auf 14,50 Euro, die Spitzenmiete im Zentrum lag bei 20 Euro pro Quadratmeter Bürofläche. Mit Blick auf das Jahr 2013 zeigten sich die Experten optimistisch.

Durch Großprojekte wie das Caleido, die Pauline und das Bülow-Carré sollen in diesem Jahr insgesamt 87 000 Quadratmeter Bürofläche in Stuttgart entstehen. 2014 sollen dann voraussichtlich weitere 84 000 Quadratmeter an Gewerbeflächen folgen. Die Hälfte davon sei bereits vorvermietet, heißt es in dem Marktbericht.

Büromarktbericht 2012/2013: Leerstand auf Zehn-Jahres-Tief
Wegen der guten Nachfrage war der Anteil an ungenutzten Büroflächen in Stuttgart 2012 so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Archivfoto: Armin Weigel/dpa

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26.02.2013, 12:00 Uhr
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