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Die Anwohner der Knollstraße sind verzweifelt

Bühl fühlt sich mit dem Schwerlastverkehr allein gelassen

Für die Anwohner, die unter dem Schwerlastverkehr durch die Bühler Knollstraße zum Queck-Gelände leiden, ist keine schnelle Hilfe in Sicht. Das sagte am Mittwoch Gerhard Neth. Der Ortschaftsrat strebt jetzt eine Tonnage-Beschränkung an.

14.03.2014
  • Renate Angstmann-koch

Bühl. „Das Problem ist für jedermann ersichtlich, aber schwer in den Griff zu bekommen“, erklärte Ortsvorsteher Gerhard Neth am Mittwoch im Bühler Ratssaal: „Wir müssen heute verkünden, dass wir keine schnelle Lösung bekommen werden.“ Zirka zwei Dutzend Bühlerinnen und Bühler verfolgten die Sitzung des Ortschaftsrats, bei der es noch um ein weiteres brisantes Thema ging (siehe „Chance für Hochwasserschutz“).

Die Lage ist kompliziert – nicht nur, weil das Queck-Gelände auf Rottenburger Gemarkung liegt, die Zufahrt jedoch durch den Tübinger Stadtteil führt. Seit eine Abbruchfirma aus Nehren auf dem Areal des ehemaligen Kieswerks Baustoffrecycling betreibt, fahren vermehrt Sattelschlepper und Container-Fahrzeuge durch die Knollstraße. An ihr liegt neben Wohnhäusern auch ein Kindergarten. Neben der Verkehrssicherheit macht den lärmgeplagten Anwohnern die Staubbelastung der Kinder Sorgen.

Lastwagen dreier Firmen fahren von früh bis spät durch die Straße, um Material anzuliefern oder abzuholen. Eine andere Zufahrt gibt es nicht. Zwar ist das Gelände auch über Kiebingen zu erreichen, doch die großen Lastwagen können die dortige Bahnunterführung nicht passieren. Wie viele Fahrzeuge am Tag durch die Knollstraße rollen, ist unklar. Ein Anwohner sprach in einem Schreiben an Gerhard Neth von 200 bis 300. Der Ortsvorsteher geht von etwas weniger aus.

Poller für die Verkehrssicherheit

Oft kämen mehrere Lastwagen hintereinander, wird geklagt. Bei Gegenverkehr wichen sie auf den Gehweg aus – und nicht alle Fahrer hielten sich an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Die Straße sei überdies stark verschmutzt und die Belastung mit Feinstaub bei trockenem Wetter entsprechend hoch. „Die Laster müssen weg von der Straße. Wir halten es nicht mehr aus“, sagte eine Frau, als Neth die Anwohner zu Wort kommen ließ.

Obwohl die Medien und das für die Aufsicht zuständige Landratsamt immer wieder anonyme Schreiben erhalten, die das Gegenteil behaupten: Neth zufolge lagert und behandelt die auf dem Queck-Gelände angesiedelte Abbruchfirma Hipp und Strassenburg keinen Abfall, sondern zertifiziertes Recyclingmaterial. Das werde immer wieder überprüft, bestätigte uns auch der Tübinger Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner.

„Die Firma betreibt keine nicht genehmigte Anlage. Das gilt auch für den Abladeplatz“, stellte Neth vor dem Ortschaftsrat klar. Die früheren Verträge, die auch das Zufahrtsrecht regeln, ließen viel Spielraum. Die Stadt Rottenburg prüfe intensiv, ob es eine rechtliche Handhabe gegen die derzeitige Nutzung des Queck-Areals gibt. Sie habe dazu auch ein externes Anwaltsbüro eingeschaltet. Sollte die Nutzung nicht genehmigungsfähig sein, werde Rottenburg sie untersagen. „Wir müssen eine wasserdichte Lösung suchen, sonst verfolgt uns das Problem auf sehr lange Zeit“, warnte Neth vor einem Pyrrhussieg.

„Warum wird ein Rottenburger Industriegebiet über Tübingen erschlossen? Hier geht es um Kommune gegen Kommune“, klagte Gert Faiß: „Solange Tübingen nichts macht, stehen unsere Anwohner im Regen“. Auch andere Mitglieder des Ortschaftsrats kritisierten, dass kein Vertreter der Tübinger Stadtverwaltung zu der Sitzung kam. „Das ist eine Frechheit ohne Ende“, fand Bertram Lohmüller.

Der Ortschaftsrat strebt weiter an, dass die Sachlage rechtlich geprüft und der Verkehr eingestellt wird. Als Soforthilfe fordert er eine Tonnage-Beschränkung und Poller. Die Poller sollen das Ausweichen der Lastwagen auf den Gehweg verhindern und die Gewichtsbeschränkung die Belastung der Anwohner vermindern – zumal das Tübinger Tiefbauamt bereits feststellte, dass die Knollstraße den schweren Transportfahrzeugen auf Dauer nicht standhält.

Bühl fühlt sich mit dem Schwerlastverkehr allein gelassen
Auf der Grundlage früherer Verträge wurde die Bühler Knollstraße zur Gewerbe-Zufahrt für Sattelschlepper und Container-Fahrzeuge. Archivbild: Sommer

Auch im Kiebinger Ortschaftsrat ging es am Mittwochabend um die Nutzung des auf Rottenburger Gemarkung liegenden Queck-Areals und die Probleme mit der Zufahrt durch die Knollstraße – allerdings in nichtöffentlicher Sitzung. Die Ortschaftsräte konnten dazu den Rottenburger Baubürgermeister Thomas Weigel befragen. „Es wird heftig daran gearbeitet, dass das aufhört“, versichert die Kiebinger Ortsvorsteherin Elisabeth Schröder-Kappus. Kiebingen befinde sich „in großer Solidarität mit Bühl“.

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14.03.2014, 12:00 Uhr
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