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Urteil

Brutalität macht Gericht sprachlos

Ein Kleindealer bekommt lebenslange Haft. Er hatte seinen Nachbarn wegen zehn Euro umgebracht.

04.11.2017
  • HANS GEORG FRANK

Heilbronn. Schon mit 16 Jahren habe der Angeklagte sein Leben wegen der Drogen „weggeschmissen“, sagte Richter Roland Kleinschroth. Jetzt, mit 25 Jahren, wurde Meik G. von der 1. Schwurgerichtskammer des Landgerichts Heilbronn wegen Mordes zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. G. hatte in Niedernhall (Hohenlohekreis) einen 52 Jahre alten Nachbarn erschlagen. Ausgangspunkt des Verbrechens waren Schulden von zehn Euro.

Das Opfer sei mit 30 bis 40 Hammerschlägen auf den Hinterkopf und ins Gesicht getötet worden, hieß es gestern bei der Urteilsverkündung. Der arbeitslose Angeklagte habe „mit voller Wucht und absolutem Vernichtungswillen“ so zugeschlagen, „dass das Blut die Wände hochgespritzt ist“. Die Tat sei verübt worden „mit einem Maß an Brutalität, die einen nur sprachlos macht“, sagte Kleinschroth. Auf das Opfer sei noch eingeschlagen worden, als es wehrlos am Boden lag: „Das ist an Erbarmungslosigkeit nicht mehr zu überbieten.“

Der Richter stellte einen Bezug zum Hakenkreuz her, das sich Meik G. hatte tätowieren lassen: „Dieses Zeichen symbolisiert eine Gesellschaftsordnung, in der Menschen, die nicht ins Bild passen, aussortiert werden.“ Bei dieser Einstellung würden „sämtliche Werte unseres Rechtssystems missachtet“. Die Hemmschwelle zu Gewaltausbrüchen sinke beträchtlich. Der Verurteilte verfüge nicht über die Empathie, „wie es normalerweise sein sollte“, erfuhr er bei der ausführlichen Urteilsbegründung.

Opfer und Angeklagter kannten sich. Sie wohnten nicht nur im selben Haus, sie verband auch die Drogensucht. Der 25-Jährige besorgte dem 52-Jährigen offenbar mehrfach geringe Mengen Rauschgift. Eines Tages bekam der Kleindealer zehn Euro, für die er Nachschub beschaffen sollte. Als der Stoff nicht geliefert wurde, verlangte der Nachbar das Geld zurück. Von den Aufforderungen sei der Täter so „genervt“ gewesen, dass er beschlossen habe, den Nachbarn „ruhigzustellen“. Zwar sei er bei der Tat am 4. März „von Amphetaminen leicht enthemmt“ gewesen, doch die Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit seien dadurch nicht eingeschränkt worden, erklärte der Richter, der im Prozess 23 Zeugen und zwei Sachverständige gehört hatte. Hans Georg Frank

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04.11.2017, 06:00 Uhr
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