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Freiraum vor dem Rathaus

Bodelshausen nimmt bis 2013 die letzten Meter seiner Ortskern-Sanierung

Abrissbagger auf dem Speidel-Gelände in Bodelshausen: Zwischen Supermarkt und Rathaus gibt es künftig viel Grün. Das dient nicht nur Optik und Ortskern, sondern auch dem Hochwasserschutz.

26.09.2012
  • von Eike Freese

Bodelshausen. „2010“ – durchgestrichen. „2011“ – durchgestrichen. „2013“ – nicht durchgestrichen. So steht es im Arbeitszimmer des Bodelshäuser Kämmerers Horst Köhnlein. Geschrieben an den Rand des Plans „Sanierung Ortsmitte II“. Unter dem Punkt: Programm-Zeitraum.

Was sich anhört wie eine Never-Ending-Story ist im Grunde ein Erfolg für die Gemeinde. Im vergangenen Jahr hat Bodelshausen vom Wirtschaftsministerium in Stuttgart mehr Zeit zum Sanieren bekommen. Zudem 700 000 Euro Finanzhilfe für das aktuelle Sanierungsgebiet, das sich rund um einen engeren Kern mit Rathaus und Burghof zieht.

Die zusätzliche Zeit war notwendig. Denn zentrale Bestandteile des Vorhabens konnten erst in den vergangenen Monaten letze Hürden nehmen. Zuletzt sicherte sich die Gemeinde das Grundstück des Malerbetriebs Speidel am Burghof, zudem die Hausnummern 17 und 19 in derselben Straße. Das Gebäude 15 holte sich die Gemeinde gar per Vorkaufsrecht, um am anliegenden Bau ungestört Hand anlegen zu können.

Die zwei grünen Häuser und die Scheunenbauten werden derzeit unter großer Anteilnahme der Bodelshäuser Passanten abgerissen. „Für die Neugestaltung der Ortsmitte ist das das Schlüsselgrundstück“, sagt Bürgermeister Uwe Ganzenmüller. „Wir haben längere Zeit verhandelt. Eine Gemeinde muss so einen langen Atem haben, wenn sie zusammen mit den Bürgern etwas gestalten will.“

Mit dem Abriss entsteht eine große Freifläche zwischen Rathaus-Umgebung und Supermarkt-Gelände. Sie wird jetzt eine Spielwiese für Planer, die den zentralen Punkt der Gemeinde aufwerten sollen. Ein kleiner Weiher an der Stelle wurde schnell verworfen – aber grün und vielleicht auch wasserfroh wird es an der Stelle sicherlich werden. „Eine neue Immobilie an der Stelle war jedenfalls nie eine Option“, sagt Kämmerer Köhnlein. Und Ganzenmüller ergänzt: „Bodelshausen hatte früher nie eine richtige Ortsmitte. Wir bringen hier eine Arbeit zuende, die vor mehr als 30 Jahren begonnen hat.“ Wie nah die Gemeinde dem Ziel ist und wie prägend die jetzt begonnenen Projekte, habe auch das Wirtschaftsministerium überzeugt, so der Rathauschef.

Denn noch ein wesentlicher Punkt begründet die derzeitigen Arbeiten: Am künftig offen liegenden Speidel-Gelände liegen Krebsbach, Höllbach und teils zu klein dimensionierte Abwasserleitungen. Das ehemalige Privatgelände ist nun ein zentraler Angriffspunkt, um künftige Hochwasser in Bodelshausen zu verhindern. „Wir haben hier ein groß dimensioniertes Gesamt-Hochwasser-Schutzkonzept“, sagt Ganzenmüller. „Und dieser Ort ist ein wichtiger Teil der Lösung.“ Ein Neustettener Ingenieur-Büro plant künftig den Umgang mit dem an dieser Stelle überdeckten Höllbach und den weiteren Kanalleitungen.

Derzeit laufen die Abrissarbeiten – zunächst am Speidel-Haupthaus, dann am Nebengebäude und an den Scheunen. Bis Ende 2013 soll nicht nur der kleine Park mit dem verbesserten Hochwasserschutz fertig sein, sondern auch zwei andere Großprojekte der Gemeinde: das Wohn- und Geschäftsgebäude Ecke Bachgasse/Bahnhofstraße und die Gestaltung des ehemaligen Gehring-Geländes.

Bodelshausen nimmt bis 2013 die letzten Meter seiner Ortskern-Sanierung

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„So sieht es bei uns nach einem ganz normalen Gewitter aus“, beschreibt Bürgermeister Uwe Ganzenmüller das nebenstehende Bild. Rund um das Speidel-Areal liegt der tiefste Punkt des Orts. Hier kreuzen Krebsbach, Höllbach und diverse Kanäle. Die künftigen Arbeiten hier gehören zu den rund 30 Einzelmaßnahmen des Gesamtkonzepts gegen Hochwasser.

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26.09.2012, 12:00 Uhr
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