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Bluttat in Reutlingen: Die Polizei sieht keinen islamistischen Hintergrund
Polizisten und ein Rettungswagen beim Einsatz in der abgesperrten Reutlinger Karlstraße. Hier wurde der Angreifer festgenommen.
Mann aus Syrien tötet Frau mit Dönermesser

Bluttat in Reutlingen: Die Polizei sieht keinen islamistischen Hintergrund

Tödliche Stiche am Sonntag gegen 16.30 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof in Reutlingen: Die Polizei hat sieben Minuten später wenige Meter entfernt in der Karlstraße einen 21-jährigen Asylbewerber festgenommen. Ein islamistischer oder terroristischer Hintergrund wird aber ausgeschlossen.

24.07.2016
  • Matthias Reichert

Für die Reutlinger Bevölkerung bestehe keine Gefahr, sagte Hauptkommissar Christian Wörner gegen 19.45 Uhr. Es gebe keinerlei Hinweise auf weitere Täter. Wörner vermutete eine Beziehungstat – doch gestern Abend war nicht einmal klar, ob Täter und Opfer tatsächlich eine Beziehung hatten. Das werde noch geklärt, sagte der Hauptkommissar. Einen islamistischen oder terroristischen Hintergrund schloss er aber aus. Nun werde wegen eines Tötungsdeliktes ermittelt.

Kurz nach 16.30 Uhr sind am Sonntag beim Reutlinger Polizeipräsidium mehrere Notrufe eingegangen. Demnach sei ein Mann am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Streit mit einer Frau geraten. Er habe sie mit einem Dönermesser verletzt. Die Frau erlitt durch den Angriff tödliche Verletzungen, teilte die Polizei mit. Wie alt das Opfer ist, konnte der Hauptkommissar aber nicht sagen. Er äußerte sich auch nicht zu Gerüchten, die getötete Frau sei schwanger gewesen.

Der mutmaßliche Täter flüchtete nach den tödlichen Stichen in Richtung Karlstraße, einer zentralen Verkehrsachse. Dabei verletzte er eine weitere Frau und einen Mann. Über ihren Zustand war gestern Abend nichts zu erfahren. Wörner gab lediglich bekannt, dass der Angreifer exakt 7 Minuten nach der Tat in der Karlstraße von einem Einsatzkommando festgenommen worden sei.

Die Polizei teilte außerdem mit, dass es sich bei ihm um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien handelt. Er sei wegen Körperverletzungsdelikten polizeibekannt, sagte Wörner. Die Hintergründe der Tat würden derzeit ermittelt, sagte der Hauptkommissar am ZOB in die Fernsehkameras.

Eine Stunde nach der Tat waren Busbahnhof und Karlstraße mit Absperrbändern abgeriegelt. Der Verkehr wurde umgeleitet. An den Zufahrtswegen standen Schaulustige. Am Listplatz wartete ein Rettungswagen, davor redeten Polizisten miteinander. Später kam die Feuerwehr und deckte mit einem Zelt ein weißes Fahrzeug ab. Da machte bereits das Gerücht die Runde, dass ein weißer BMW den Angreifer auf seiner Flucht gestoppt habe. Auch dazu sagte Wörner nichts.

Die Gerüchteküche brodelte. Ein Passant behauptete an der Karlstraße sogar, dass zwei Menschen getötet worden seien: „Er hat seine Freundin umgebracht und ist auf Polizisten losgegangen. Die sind weggerannt. Dann hat ihn ein Auto angefahren und gestoppt. Der Fahrer stand unter Schock.“ Junge Leute sahen den Täter zuvor angeblich mit Machete durch die Innenstadt ziehen. Sie versuchten das in einem Video zu filmen, das dem TAGBLATT vorliegt. Doch darauf ist wenig zu erkennen.

Die Polizei kennt nur den Weg des mutmaßlichen Täters vom ZOB zur Karlstraße. Auf diesem habe er mit dem Messer noch die Scheibe eines Wagens eingeschlagen. Am Federnseeplatz lagen Splitter auf der Straße.

Der Angriff war am Abend Stadtgespräch in Reutlingen. Eine Passantin wirkte kurz danach traumatisiert: „Ich habe schon Angst jetzt, wenn ich die Wilhelmstraße rauflaufe“, rief sie in ihr Handy.

„OB Barbara Bosch hat sich ständig informieren lassen und ist sehr bestürzt über die Tat“, erklärte der städtische Pressesprecher Wolfgang Löffler. Die Verwaltungschefin habe ausdrücklich den schnellen Einsatz der Polizei und der Rettungskräfte gelobt. Die Stadt Reutlingen hat ihren Führungsstab eingerichtet und unterstützt die Polizei. In der Stadthalle befragten die Ermittler Zeugen.

Nachtrag: Um 23.22 Uhr am Sonntagabend gaben Polizei und Staatsanwaltschaft eine detaillierte Schilderung der Ereignisse heraus.

Autofahrer fährt den Angreifer nieder

Ein Autofahrer hat den Täter nach dem tödlichen Angriff gestoppt. Der Autofahrer habe den flüchtenden Angreifer mit seinem Wagen bewusst angefahren, bestätigte ein Polizeisprecher. Der Mann stürzte zu Boden, Polizisten nahmen ihn fest. Der Autofahrer hatte die Bluttat zuvor gesehen und sein Auto gezielt auf den Angreifer gesteuert.

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24.07.2016, 18:21 Uhr | geändert: 24.07.2016, 22:08 Uhr
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