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Ping-Anrufe

Bloß nicht zurückrufen

Wer unbekannte Nummern zurückruft, erlebt von lästigen Werbegesprächen bis hin zu hohen Rechnungen mitunter unangenehme Überraschungen. Die Bundesnetzagentur kann helfen.

23.09.2017
  • REBECCA JACOB

Bonn. Das Handy klingelt. So kurz, dass man keine Zeit hat, den Anruf entgegenzunehmen. Die Nummer wird zwar angezeigt, ist aber nicht in den Kontakten gespeichert. Ruft man zurück (es könnte schließlich wichtig sein), ertönt eine Stimme vom Band in einer unbekannten Sprache. Im Grunde nicht weiter bemerkenswert. Meist hat man das Ganze schnell vergessen – bis man die erschreckend hohe Telefonrechnung bekommt. Das Ärgernis nennt sich Ping-Anruf und funktioniert natürlich auch bei Festnetzanschlüssen, erklärt Oliver Buttler von der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg: „Das sind Anrufe mit dem Ziel, dass Sie zurückrufen und dann horrende Minutenpreise für das Gespräch bezahlen.“ Es können aber auch Firmen sein, die auf diese Weise unerlaubte Werbeanrufe umgehen und dem Anrufer etwas verkaufen wollen. Daher ist generell Vorsicht geboten: Man sollte unbekannte Nummern nicht ungeprüft zurückrufen oder „sofort auflegen, wenn es einem komisch vorkommt“, rät Buttler.

Besonders bei ausländischen Nummern und Vorwahlen wie 0180 oder 0137 sollte der Angerufene misstrauisch werden, bei letzterer Vorwahl kann ein Anruf bis zu 1 EUR pro Minute kosten. Ist man sich nicht sicher, was von einer unbekannten Nummer zu halten ist oder wird anderweitig belästigt, etwa durch Spam-SMS, hilft die Bundesnetzagentur in Bonn weiter. Unter www.bundesnetzagentur.de können Verbraucher unter dem Stichwort „Rufnummernmissbrauch“ Beschwerde per Online-Formular einreichen. Die Agentur prüft dann, ob es sich wirklich um eine Rechtswidrigkeit handelt. Agentur-Pressesprecher Michael Reifenberg nennt Beispiele: „Das kann eine Verletzung der Preisansagepflicht sein oder dass der Höchstpreis für einen Anruf bei einem Dienstleister überschritten wurde.“

Liegt eindeutig eine rechtswidrige Nummernnutzung vor, kann die Behörde die Abschaltung dieser Nummer veranlassen – solange der Netzbetreiber in Deutschland sitzt. Außerdem kann die Bundesnetzagentur Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote aussprechen, sodass der Geschädigte seine Rückrufe unter Umständen nicht bezahlen muss. „Leider ist das für Einzelpersonen sehr aufwändig“, sagt Reifenberg. Man müsse die Maßnahmen der Agentur dem Provider vorlegen und erklären, warum man bestimmte Posten auf der Rechnung nicht zahlen möchte. Weigert sich der Anbieter, darauf einzugehen, muss ein Gericht entscheiden. Auch gelten Verbote der Agentur immer nur für einen bestimmten Zeitraum, man sollte also einen genauen Blick auf seine Handyrechnung werfen. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, einen sogenannten Einzelverbindungsnachweis (EVN) zu beantragen. Dort sind alle ein- und ausgehenden Anrufe detailliert aufgeführt.

Zwar sind Ping-Anrufe keine neue Entwicklung, aber nach wie vor aktuell: „Das hört nicht auf. Jede Woche schalten wir Nummern ab oder sprechen Verbote aus“, erzählt Reifenberg. Allein am 9. Juni 2017 hat die Bundesnetzagentur die Abschaltung von 52 000 Rufnummern angeordnet, mit denen Unternehmen Ortsnähe vorgetäuscht hatten.

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23.09.2017, 06:00 Uhr
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