Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Bischof Gebhard Fürst ließ den Kommentar des Theologen Eckhard Raabe zur Homo-Ehe löschen
Am Mittwoch noch auf „katholisch.de“, dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland, abrufbar: Eckhard Raabes umstrittener Kommentar.
Liebe ohne kirchlichen Segen

Bischof Gebhard Fürst ließ den Kommentar des Theologen Eckhard Raabe zur Homo-Ehe löschen

Zwei ehemalige Nonnen heiraten. Der Medienleiter der Diözese wünschte dazu den Segen seiner Kirche. Bischof Fürst nahm den Kommentar vom Netz.

12.10.2016
  • Ulrich Eisele

Der Leiter der Abteilung Medien und Öffentlichkeitsarbeit der Diözese, der Theologe Eckhard Raabe, hat in einem wöchentlichen Kommentar Verständnis für die Heirat zweier ehemaliger Nonnen in Italien bekundet und sich dazu den Segen seiner Kirche gewünscht. Zwei Wochen lang konnte man den Videoclip auf der Homepage und im YouTube-Kanal der der Diözese sehen. Nun wurde er auf Veranlassung von Bischof Gebhard Fürst aus dem Netz gelöscht.

Eckart Raabe ist ein populärer Theologe, der in seinen Video-Kommentaren auf YouTube immer wieder kontroverse Themen aufgreift. Ob Flüchtlings-Frage oder sexuelle Orientierung von Jugendlichen, Sterbehilfe oder Ceta: Der Diplom-Theologe und -Pädagoge aus Bad Segeberg mit zehnjähriger Rundfunk-Erfahrung versteht es, Themen alltagsnah rüberzubringen und den katholischen Standpunkt darin klarzumachen. Er ist ein populäres Aushängeschild der Diözese in den Sozialen Medien.

Auch sein Kommentar vom 30. September schien zunächst wenig Anstoß erregend. Hatte doch Papst Franziskus selbst vor Wochen erst gefordert, Schwule und Lesben dürften von der Kirche nicht diskriminiert werden. Über den Fall zweier Nonnen in Italien, die heimlich heirateten und deshalb ihren Orden verlassen mussten, zeigte er sich nach Berichten mehrerer italienischer Medien dennoch „betrübt“.

Unter dem Titel „Verbotene Liebe“ kommentierte Eckhard Raabe den Fall folgendermaßen: Er wünsche sich von seiner Kirche, „dass sie alle Menschen, die sich lieben, aufnimmt“. Zwar seien dort alle willkommen; doch mit der Trauung für Homosexuelle tue sich die katholische Kirche weiterhin schwer. „Es fehlt an einem Ritus“, meinte Raabe, „mit dem die Kirche den homosexuellen Paaren sagt: Es ist gut so, eure Liebe ist gut so.“

Zwei Wochen lang waren die Worte auf der offiziellen Webseite der Diözese Rottenburg-Stuttgart und in deren YouTube-Kanal hörbar. Auf Veranlassung von Bischof Gebhard Fürst wurde der Video-Kommentar dieser Tage ohne Begründung gelöscht. Als erste berichtete die englischsprachige Fundamentalisten-Seite LifeSiteNews von der Löschung des Videos. Sie zitierte dazu auch Pressesprecher Uwe Renz mit der Begründung, das Video sei eine persönliche Meinungsäußerung eines Mitarbeiters, die mit der Leitung der Diözese nicht vereinbart sei.

Ähnlich äußerte sich Renz gegenüber dem SCHWÄBISCHEN TAGBLATT: Der Kommentar sei mit der Bistumsleitung „nicht abgestimmt“ gewesen. Es handle sich um ein „schwieriges“, ein „anspruchsvolles“, ein „innerkirchlich brisantes Thema“, das man „nicht in 1:30 (Minuten)“ hätte abhandeln dürfen. Die Diözese beschäftige sich durchaus mit der Frage, habe kürzlich erst eine Tagung zum Thema „Sex und Gender“ organisiert. Aber der Bischof habe auch die Aufgabe, „den innerkirchlichen Frieden zu wahren“. Deshalb habe man das Video aus dem Netz genommen.

Eckhard Raabe selbst wollte zu dem Fall keine Stellung nehmen. Er verwies an den Pressesprecher. Auf die Frage, ob der Kommentar für Raabe Konsequenzen haben werde, antwortete Gebhard Fürsts Pressesprecher Uwe Renz: „Meines Wissens nicht.“

Auf der Seite katholisch.de, dem Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland, war das Video übrigens bis Mittwochnachmittag noch abrufbar. Die Redaktion mit Sitz in Bonn arbeitet im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz. Gegen 17 Uhr wurde es abgeschaltet. Eine Kopie des Clips mit englischen Untertiteln kann man aber noch bei queer.de finden, dem (laut Eigenwerbung) „Zentralorgan der Homo-Lobby“.

Queer.de zeigt dieses Youtube-Video der amerikanischen Seite „Novus Ordo Watch“:

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.10.2016, 19:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Heute meistgelesen
Brennendes Fahrzeug auf der Landstraße Ford fing nach Fehlermeldung plötzlich Feuer
Paul Horn Gmbh wächst weiter kräftig Alle acht Jahre eine große Halle
Schwerer Unfall in Walddorfhäslach 69-jähriger Rollerfahrer stirbt in der Klinik
Wirtschaft im Profil


In der aktuellen Ausgabe des Business-Magazins Wirtschaft im Profil : Schöner Arbeiten - Bedeutung von Architektur für Unternehmen der Region
Neueste Artikel
Naturphänomen in Rottenburg Bäume wie im Fantasyfilm
Ausstellung Kunst und Wunder
Wie sich die Pfingstreiter vorbereiten Aufwändige Tradition: Maximal zwei Stunden Schlaf
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934166
wip@tagblatt.de

Zum Kontaktformular