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Strenge Regeln

Billard-Sportler aus Nagold trainieren Rottenburger Gefangene

Der Pool Billard Club Nagoldtal bietet in der Rottenburger Justizvollzugsanstalt einen Workshop an. Gleichzeitig spenden die Sportler an den Weißen Ring.

02.03.2010
  • von Walther Puza

Rottenburg. Drei Neun-Fuß-Billard-Tische stehen seit Samstag im Mehrzweckraum der Justizvollzugsanstalt (JVA). In den kommenden Monaten dürfen 24 Gefangene an ihnen das Billardspiel üben.

Körperbeherrschung und Geist würden bei diesem Sport gefordert, meint Gerhard Brüssel, der in der JVA die Gefangenenfreizeit leitet: „Regeln beim Sport kann man durchaus reflektieren ins Leben. Man lernt die Übernahme der Verantwortung für das eigene Verhalten. Das heißt, die eigene Persönlichkeit wird trainiert“, erklärt er.

Vom Angebot des Nagolder Pool Billard Clubs war Brüssel begeistert: „Unsere Möglichkeiten hier in der JVA sind beschränkt, baulich und finanziell. Wenn da ein Verein mit zehn Freiwilligen kommt und sagt, er bringt auch Material mit, dann ist das ein Sechser im Lotto.“

Auch Bernd Rausch, der erste Vorsitzende des PBC, betont die strengen Regeln beim Billard-Sport. Das fange bei der Kleidung an, deren Farbe bis hin zu den Socken vorgeschrieben sei. Auch Doping sei ein Thema, weshalb die Sportler jedes Jahr eine Erklärung unterschreiben müssen. Rauchen und Alkohol sind verboten. Mit verrauchten Hinterzimmern habe Billard daher nichts zu tun.

Das Interesse unter den Gefangenen war riesig, berichtet Brüssel. Schon zwei Tage nach Aushang des Angebots hätten sich laut Brüssel 36 Interessenten gemeldet. Es gebe daher sogar eine Warteliste, weil nur 24 Gefangene an dem Projekt teilnehmen können.

Unterrichtet wird immer dienstags oder mittwochs am frühen Abend, zweieinhalb Stunden lang. Unter den zehn PBC-Freiwilligen ist auch eine Frau, Sabine Stubits. „Billard spielen hauptsächlich Männer“, sagt sie. Deswegen sei sie es gewöhnt, von Männern umringt zu sein. Und deswegen habe sie auch keine Angst vor den Gefangenen.

Noch ist nicht klar, wie lange der Workshop gehen wird. Der Mehrzweckraum steht nicht ewig zur Verfügung. Drei bis sechs Monate sind angepeilt. Am Ende des Kurses will der PBC mindestens der JVA mindestens einen Tisch schenken: „Wenn die JVA Interesse hat, lassen wir alle Tische da“, verspricht Rausch.

Der Nagolder Verein hat sich schon mehrfach sozial engagiert – zum Beispiel für Kinder im Kosovo, den Kinderschutzbund Nagold, eine Anti-Rassismus-Kampagne und eine Rollstuhlfahrerin. Für das Rottenburger JVA-Projekt verwenden die Billard-Spieler ihr Preisgeld des Sport-Förderpreises der Sparkasse Pforzheim-Calw (1000 Euro).

Sozusagen zum Ausgleich will der PBC auch für die Opferhilfe spenden. Rausch: „Genau den gleichen Betrag, den wir hier investieren, seien es 2000 oder 3000 Euro, werden wir dem Weißen Ring spenden.“

Der CDU-Kreisrat Wilhelm Maier aus Wolfenhausen, der den Rottenburger Anstaltsbeirat leitet, hofft auf eine Signalwirkung dieses Engagements: „Das kann ein Ansporn sein für andere Vereine. Und besonders schön ist, dass es hier nicht an der Kreisgrenze aufhört.“

Billard-Sportler aus Nagold trainieren Rottenburger Gefangene
Von wegen: Billard kann doch jeder! Jan Christmann vom Pool Billard Club Nagoldtal gibt Tipps. Bild: Ulmer

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02.03.2010, 12:00 Uhr
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