Ranking

Berlinerin Hito Steyerl an der Spitze

Von DPA

Die Liste der wichtigsten 100 Personen der Kunstwelt ist in diesem Jahr voller Überraschungen.

Berlinerin Hito Steyerl an der Spitze

Laut „ArtReview“ die einflussreichste Künstlerin: Hito Steyerl. Foto: dpa

London. Die deutsch-japanische Videokünstlerin Hito Steyerl ist vom britischen Kunstmagazin „ArtReview“ zur einflussreichsten Persönlichkeit im Kunstbetrieb gekürt worden. Eine internationale Jury hat die in Berlin lebende Künstlerin dieses Jahr auf Platz eins der Rangliste „Power 100“. Im Vorjahr hatte sie Platz sieben belegt.

Auf Rang zwei folgt der für seine Arbeiten mit lebenden Tieren bekannte französische Künstler Pierre Huyghe. Auf Platz drei kommt keine Künstlerin, sondern die 73-jährige Naturwissenschaftshistorikerin und Feministin Donna Haraway (USA). Sie gilt mit ihrem 1985 entstandenen „A Cyborg Manifest“ über das Ende der klaren Trennung von Mensch und Maschine als eine Vordenkerin der Kunst des 21. Jahrhunderts. Auch Steyerl bezieht sich auf Haraway.

Steyerls Einfluss sei sowohl in ihren Werken – sie war dieses Jahr mit einer Video-Arbeit über Roboter bei den Skulptur-Projekten Münster dabei – als auch in ihren theoretischen Schriften abzulesen, sagte „ArtReview“-Mitherausgeber Oliver Basciano. „Es ist wirklich ihr Jahr.“

Die 1966 in München geborene Steyerl, die an der Universität der Künste Berlin Professorin für Experimentalfilm ist, war zuletzt in der Rangliste der „Power 100“ ständig hochgeklettert. Ihre Filme und Installationen werden weltweit in Ausstellungen gezeigt. Zur Biennale in Venedig 2015 hatte sie im deutschen Pavillon mit ihrer Videoinstallation „Factory of the Sun“, einem vermeintlichen Videogame, Aufsehen erregt. Kasper König, der Leiter der Skulptur-Projekte Münster: „An Hito Steyerl orientiert sich eine ganze Künstlergeneration, die mit ihren Arbeiten unsere digitalisierte Gegenwart reflektiert.“

Adam Szymczyk, der künstlerische Leiter der documenta 14, kommt auf Platz vier der „Power 100“. Der Schweizer Kurator Hans-Ulrich Obrist, 2016 auf Platz eins, fiel auf Platz sechs. Von den Megagalerien finden sich nur noch David Zwirner (Platz 5) sowie Iwan & Manuela Wirth (Platz 7) unter den ersten zehn.

Die Liste der „Power 100“ wird von einer anonymen Jury erstellt. Die 20 Mitglieder kommen aus allen Kontinenten und sollen einen globalen Blick auf die Kunst vermitteln. Die Rangliste umfasst Künstler, Galeristen, Sammler, Mäzene, Denker und Aktivisten aus aller Welt. dpa


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04.11.2017 - 06:00 Uhr