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Lennons Brille unterm Reserverad

Berliner Polizei findet 100 private Gegenstände des Beatles

Die Berliner Polizei hat mehr als 100 Gegenstände des Beatles-Musikers sichergestellt. Sie waren John Lennons Witwe Yoko Ono vor mehr als zehn Jahren gestohlen worden.

22.11.2017
  • MARIA NEUENDORFF

Berlin. Nickelbrillen, Notenblätter, Tagebücher: Mehr als 100 private Gegenstände aus dem Nachlass des Beatles-Musikers John Lennon sind in einem Auktionshaus in Berlin aufgetaucht. Sie waren seiner Witwe Yoko Ono (84) von ihrem ehemaligen Chauffeur gestohlen worden. Der mutmaßliche Hehler sitzt in Haft und schweigt.

Den Fund präsentiert das Berliner Polizeipräsidium gestern Nachmittag auf einer hellen Samtdecke über seinem Konferenztisch. Die Fotografen kreisen um ein goldenes Zigaretten-Etui, in dem noch vergilbte Gitanes liegen. Neben einem handgeschriebenen Notenheft und einer Musik-Preis-Statue liegen drei Tagebücher und Rechnungen.

Sie gehören zu den mehr als 100 Besitztümern Lennons, die die Polizei im Juli in einem Berliner Auktionshaus beschlagnahmt hat. Am Montag hat das LKA auch den mutmaßlichen Hehler überführt, einen 58-jährigen Pizzeria-Besitzer aus Berlin.

Verdächtiger schweigt

Er habe sich bei der Durchsuchung seines Wohnhauses erst kooperativ gezeigt, teilt Carsten Phol, der Leiter des Dezernats Eigentumsdelikte, mit. „Wir hatten eigentlich gar nicht erwartet, dass wir noch mehr Objekte finden.“ Doch unter dem Ersatzreifen im Kofferraum eines Autos in der Tiefgarage lagen eine der typischen Lennon-Brillen, deren Etui sogar noch mit einem Rezept bestückt war, und das Notenheft zu den Songs „Women“ und „Just like starting Over“ von Lennons letztem Album aus dem Jahr 1980.

Der mutmaßliche Hehler, ein Deutscher türkischer Herkunft, sitzt seitdem in U-Haft und schweigt. Nach Informationen der Polizei hat er Geschäftsbeziehungen zu Koral K., einem türkischen Staatsbürger, gehabt. Der war von 1995 bis 2006 Yoko Onos Chauffeur. 2007 wurde er in New York zu 60 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er heimlich Fotos in der Wohnung Onos gemacht und seine Ex-Chefin damit zu erpressen versucht hatte.

Der Chauffeur soll die persönlichen Sachen gestohlen und schon seit drei Jahren versucht haben, sie in Berlin zu verkaufen. So fanden die Ermittler unter anderem Vertragsunterlagen mit einem Gutachten, in dem der Wert der Ware auf 3,1 Millionen Euro geschätzt wurde.

Die Sache flog dadurch auf, dass das Auktionshaus Pleite ging, der Insolvenzverwalter misstrauisch wurde und im Juli 2017 die Polizei einschaltete. In New York wurde Yoko Ono vernommen. Sie habe auf einige Sachen sofort erkennbar reagiert, sagt Staatsanwalt Michael von Hagen. Zum Beispiel auf ein Schulheft John Lennons aus dem Jahr 1952. „Sie war sehr gerührt. Man hat deutlich gemerkt, dass sie an den Gegenständen hängt und sie wiederhaben möchte.“

Der Chauffeur, dem in Deutschland Hehlerei vorgeworfen werden kann, wird von der Türkei höchstwahrscheinlich nicht ausgeliefert. Phol: „Möglich wäre eher, dass er in seinem Heimatland vor Gericht gestellt wird.“

Die Ermittlungen laufen noch. Wenn sie beendet sind, werden die Objekte nach New York in Onos Wohnung im Dakota Building zurückgeflogen.

Keine Uhr verschenkt

Bei der Vernehmung Yoko Onos haben die Berliner Ermittler auch einen Fall aus dem Jahre 2012 aufgeklärt. Damals war eine Uhr von Lennon mit einer persönlichen Widmung über ein Internet-Auktionshaus für 600 000 Euro verkauft worden. Der Besitzer hatte behauptet, er habe sie von Ono geschenkt bekommen. Das hat sie jetzt verneint. Um den Fall müssen sich Behörden in Italien und der Schweiz kümmern.

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22.11.2017, 06:00 Uhr
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